218
Als dieser Beginn Mnnro mitgetheilt wurde, antwortete ermit Würde, aber mit hinreichender Höflichkeit:
„So sehr ich ein solches Zeugnis; von Monsieur de Mvntcalinzu schönen weiß, so wird es mir doch noch werther sein, wenn iches besser verdient haben werde."
Der französische General lächelte, als ihm diese Antwortüberseht wurde, und bemerkte:
„Was man erprobtem Mnthe so gerne gewährt, dürfte nntz-loser Hartnäckigkeit verweigert werden. Monsieur beliebe, meinLager anznsehen, meine Truppen zu zählen und sich selbst vonder Unmöglichkeit eines längeren Widerstandes zu überzeugen!"
„Ich weiß, daß der König von Frankreich gut bedient ist,"erwiederte der unerschütterliche Schotte, sobald Dunean seineUebersetzung beendigt hatte; „aber mein königlicher Gebieter hatebenso viele und ebenso getreue Truppen."
„Die aber zum Glück für uns nicht bei der Hand sind," ent-gegnete Montcalm, ohne in seinem Eifer auf den Dolmetscher zuwarten. „Es gibt ein Kriegsgeschick, dein sich der tapfere Mannmit demselben Mnthe unterwerfen muß, mit dem er den Feindendie Stirne bietet."
„Hätte ich gewußt, daß Monsieur de Montcalm des Englischen somächtig ist, so hätte ich mir die Mühe eines so unvollkommenen Ver-dolmetschens erspart;" versetzte Dunean empfindlich und trocken, in-dem er sich schnell seines nenlichen Jntermezzo's mit Mnnro erinnerte.
„Verzeihen Sie, mein Herr," entgegnete der Franzose, indemeine leichte Röthe über seine dunkle Wange flog. „Es ist eingroßer Unterschied zwischen dem Sprechen und dem Versteheneiner fremden Sprache, Sic werden daher die Gefälligkeit haben,mir auch ferner Ihren Beistand nicht zu entziehen." Dann fuhrer nach einer Pause fort: „Diese Berge hier mache» cs uns sehrbequem, ihre Werke zu rckognosziren, meine Herren, und ichkenne vielleicht ihren schwachen Zustand so gut, als sie selbst."