Druckschrift 
1 (1853) Der letzte Mohikan : eine Erzählung aus dem Jahre 1757
Entstehung
Seite
22
Einzelbild herunterladen
 

22

Ist er also im Psalmsingen besonders erfahren?" fragte ihrschlichter Begleiter.

Alice hätte gern laut anfgelacht, bezähmte aber ihre Laune,als sie antwortete:

Ich furchte, er hält es mehr mit weltlichem Gesang. Daswechselnde Soldatenleben ist wenig geeignet, ernstere Neigungenzu begünstigen."

Die Stimme ist dem Menschen, wie andere Talente, znmGebrauch, nicht znm Mißbrauch gegeben. Mir kann Niemandnachsagen, das; ich je meine Gaben vernachlässigt habe. Ich dankeGott, daß, obgleich ich schon meine Jugend, wie König David,der Musik gewidmet habe, kein profaner Vers jemals meine Lip-pen entweihte."

Sv haben Sie denn Ihre Kunstvcrsnchc auf den heiligenGesang beschränkt?"

Ja. Wie die Psalmen Davids jede andere Sprache weit über-treffen, so übertrifft auch die Psalmodie, welche von den Gottesge-lehrten und Weisen des Landes ihnen angepaßt worden ist, alle welt-liche Poesie. Glücklicher Weise darf ich sagen, daß ich nur die Ge-danken und die Wünsche des Königs von Israel selbst ansspreche:denn wenn auch die Zeiten einige unbedeutende Veränderungen erhei-schen, so ubertrifft doch die Uebertragnng, deren wir uns in denKolonien von Neu-England bedienen, jede andere so weit, daß siedurch ihre Fülle, ihre Genauigkeit und ihre geistliche Einfalt demgroßen Werke des begeisterten Dichters möglichst nahe kommt. Niebleibe ich schlafend oder wachend an einem Ort, ohne ein Exemplardieses hochbegabten Buches bei mir zn haben. Es ist die sechsund-zwanzigste Edition, hcransgegcben zn Boston ^nno Domini 1744und führt die Aufschrift: Psalmen, Hymnen und geistliche Gesängedes Alten und Neuen Testaments, getreu übertragen in das eng-lische Versmaß, zur Erbauung und zum Tröste der Heiligen, zuöffentlichem und Privatgebranch, besonders in Nen-England."