Während dieser Lobpreisung ans das selteneProdnktseiner heimi-schen Dichter hatte der Fremde das Buch ans seiner Tasche ge-zogen, eine in Eisen gefaßte Brille ans seine Nase gesetzt und dasBuch mit einer Sorgfalt und Verehrung geöffnet, welche seinenheiligen Zwecken ganz angemessen war. Dann sprach er, ohne weitereEinleitung und Apologie, zuerst das Wort „Stanclisi," ans, setzte dasbereits erwähnte unbekannte Instrument an den Mund, und brachtedamit einen hohen, schrillen Ton hervor, dem er eine Octavc nie-driger mit seiner eigenen Stimme folgte. Nun begann er die fol-genden Worte in vollen, süßen und melodischen Tönen, welche derMusik, der Poesie und selbst der unbehaglichen Bewegung seinesungezogenen Kleppers Hohn zn sprechen schienen, abznsingen:
O sieh, wie fei» und lieblichES ist, nue'S Gott gefüllt,
Wenn mit dem Bruder treulichDer Bruder Frieden hält.
ES gleicht der Salben bester,
Die vvm Haupt zum Barte floß,
Auf Aarons Bart herunter,
Bis zu deö Kleides Schoß.
Die Absingung dieser kunstreichen Reime begleitete der Fremdemit einem regelmäßigen Steigen und Fallen seiner rechten Hand.Beim Senken ließ er seine Finger einen Augenblick auf den Blätterndes kleinen Buches ruhen, während er das Steigen mit einem Schnör-kclseblag dieses Gliedes begleitete, welchen nachahmen zu können,Niemand als der Eingeweihte hoffen durfte. Es wollte scheinen,als ob lange Angewöhnung diese Begleitung der Hand »othwen-dig gemacht hätte, denn sic hörte nicht ans, bis die Präposition,welche der Poet für den Schluß seines Verses gewählt hatte,getreulich als ein Wort von zwei Sylben abgesungen war").
*) Die letzte Strophe lautet nämlich im englischen Text: Ilis gurmcnk,-ikirt» unto. Aum. d. Nebers.