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5 (1838) Immanuel Kant's Metaphysik der Sitten : in zwei Theilen, Rechtslehre, Tugendlehre, nebst den kleineren Abhandlungen zur Moral und Politik
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343
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werde, nicht aber was wir von selbst als Urheber lhun können undsollen; woraus dann 'die gröbste Schwärmerei entspringen muß, dieallen Einfluß der gesunden Vernunft aushebt, deren Rechte gleich-wohl der Verfasser aufrecht zu erhalten bemüht gewesen. Derpraktische Begriff der Freiheit hat in der That mit dem spekulati-ven, der den Metaphysikern gänzlich überlassen bleibt, gar nichts zuthun. Denn woher mir ursprünglich der Zustand, in welchem ichjetzt handeln soll, gekommen sei, kann mir ganz gleichgültig sein;ich frage nur, was ich nun zu thun habe, und da ist die Freiheit eine norh-wendige praktische Voraussetzung und eine Idee, unter der allein ichdie Gebote der Vernunft als gültig ansehen kann. Selbst der hart-näckigste Skeptiker gesteht, daß, wenn es zum Handeln kommt, allesophistische Bedenklichkeiten wegen eines allgemein täuschenden Scheinswegsallen müssen. Ebenso muß der entschlossenste Fatalist, der esist, so lange er sich der blosen Speculanon ergibt, dennoch, sobaldes ihm um Weisheit und Pflicht zu thun ist, jederzeit so handeln,als ob er frei wäre, und diese Idee^bringt auch wirklich diedamit einstimmige Lhat hervor, und kann sie auch allein hervorbrin- -gen. Es ist schwer, den Menschen ganz abzulegen. Der Verfasser, 'nachdem er jedes Menschen Handlung, so abgeschmackt sie auch An-deren erscheinen mag, aus dem Grunde seiner besonderen Stimmunggerechtfertigt hatte, sagt S. 137:Ich will Alles schlechterdingsund ohne Ausnahme, Alles, was mich zeitlich und ewig glücklichmachen kann, verloren haben, (ein vermessener Ausdruck!) wenn Lunicht ebenso abgeschmackt gehandelt hättest, als der Andere, wenndu nur in'seinem Standorte gewesen wärst." Allein da doch nachseinen eigenen Behauptungen die größte Ueberzeugung in einemZeirpuncte davor nicht sichern kann, daß nicht in einem anderenZeitpunctc, wenn die Erkenntniß weiter sortgerückt ist, die vorigeWahrheit hintennach Jrrthum werde: wie würde es dann mit jeneräußerst gewagten Betheurung aussehen? Er hat aber im Grundeseiner Seele, obgleich er es sich selbst nicht gestehen wollte, voraus-gesetzt, daß der Verstand nach objecnven Gründen, die jederzeit gül-tig sind, sein Uriheil zu bestimimn das Vermögen habe, uno nin-r