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5 (1838) Immanuel Kant's Metaphysik der Sitten : in zwei Theilen, Rechtslehre, Tugendlehre, nebst den kleineren Abhandlungen zur Moral und Politik
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II. Abschn. Die ethische Ascctik. tz. 53.

I» dieser katechetischen Moralunterweisung würde es zur sitt-lichen Bildung von großem Nutzen sein, bei jeder Pflichtzerglie-derung einige kasuistische Fragen aufzuwerfen und die versam-melten Kinder ihren Verstand versuchen zu lassen, wie ein Jedervon ihnen die ihm vorgelegte verfängliche Aufgabe aufzulösmmeinte. Nicht allein, daß dieses eine, der Fähigkeit des Un-gebildeten am Meisten angemessene Cultur der Vernunft ist,(weil diese in Fragen, die, was Pflicht ist, betreffen, weit leich-ter entscheiden kann, als in Ansehung der speculativen,) und soden Verstand der Jugend überhaupt zu schärfen die schicklichsteArt ist; sondern vornehmlich deswegen, weil es in der Naturdes Menschen liegt, das zu lieben, worin und in dessen Bear-beitung er es bis zu einer Wissenschaft, (mit der er nun Be-scheid weiß,) gebracht hat, und so.der Lehrling durch dergleichenUebungen unvermerkt in das Interesse der Sittlichkeit ge-zogen wird.

Von der größten Wichtigkeit aber in der Erziehung ist es,den moralischen Katechismus nicht mit dem ReligionSkatechiS-mus vermischt vorzutragen (zu amalgamiren), noch weniger ihnauf den letzteren folgen zu lassen; sondern jederzeit den ersteren,und zwar mit dem größten Fleiße und Ausführlichkeit zur klar-sten Einsicht zu bringen. Denn ohne dieses wird nachher ausder Religion nichts, als Heuchelei, sich aus Furcht zu Pflichtenzu bekennen und eine Lhcilnahme an derselben, die nicht imHerzen ist, zu lügen.

Zweiter Abschnitt.

Die ethische A s c e t i k.

tz. 53.

Die Regeln der Ucbung in der Lugend (vxvrvitivruM virtu-tis) gehen auf die zwei Gemüthssinnmungen hinaus, wackerenund fröhlichen Gcmüths (ai,»»s streun»-» «t Irrlari«) in Be-folgung ihrer Pflichten zu sein. Denn sie hat mit Hindernissen zukämpfen, zu deren Uebcrwalligung sie ihre Kräfte zusaunnennchmen