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5 (1838) Immanuel Kant's Metaphysik der Sitten : in zwei Theilen, Rechtslehre, Tugendlehre, nebst den kleineren Abhandlungen zur Moral und Politik
Entstehung
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Der ethischen Methodenlehre

erster Abschnitt.

Die ethische Didaktik.

tz. 49.

Daß Tugend erworben werden müsse, (nicht angeboren sei,)liegt, ohne sich deshalb auf anthropologische Kenntnisse aus der Er-fahrung berufen zu dürfen, schon in dem Begriffe derselben. Denndas sittliche Vermögen des Menschen wäre nicht Tugend, wenn esnicht durch die Stärke des Vorsatzes in dem Streit mit so tttücy»tigen entgegenstehenden Neigungen hervorgebracht wäre. Sie ist dasProduct aus der reinen praktischen Vernunft, sofern diese im Be-wußtsein ihrer Überlegenheit, aus Freiheit, über jene die Obermachtgewinnt.

Daß sie könne und müsse gelehrt werden, folgt schon daraus,daß sie nicht angeboren ist; die Tugendlehre ist also eine Doctrin.Weil aber durch die blose Lehre, wie man sich verhalten solle, umdem Tugendbegriffe angemessen zu sein, die Kraft zur Ausübung derRegeln noch nicht erworben wird, so meinten die Stoiker nur, dieTugend könne nicht durch blose Vorstellungen der Pflicht, durchErmahnungen (paränetisch) gelehrt, sondern sie müsse durch Ver-suche der Bekämpfung des inneren Feindes im Menschen (asketisch)cultivirt, geübt werden; denn man kann nicht Alles sofort, wasman will, wenn man nicht vorher seine Kräfte versucht und geübtbat, wozu aber freilich die Entschließung auf einmal vollständig