L78 Tugendlehre. Eth. Elementar!, l B. Hl- Hptst. Epis. Abschn.
schreiblichen Schönheit deS Gewächsreichs ein uninteressirtes Wohl-gefallen zu finden ss).
In Ansehung des lebenden, obgleich vernunftlosen Thcils derGeschöpfe ist die gewaltsame und zugleich grausame Behandlung derThiere der Pflicht des Menschen gegen sich selbst weit inniglicherentgegengesetzt, weil dadurch das Mitgefühl an ihrem Leiden im Men-schen abgestumpft, und folglich eine der Moralität, im Verhältnissezu anderen Menschen, sehr dicnsame natürliche Anlage geschwächtund nach und nach ausgetilgt wird; obgleich ihre behende (ohneQual verrichtete) Tödtung, oder auch ihre, nur nicht bis über Ver-mögen angestrengte Arbeit, (dergleichen auch wohl Menschen sichgefallen lassen müssen,) unter die Befugnisse des Menschen gehören;da hingegen die martervollen physischen Versuche zum blosen Behufder Speculation, wenn auch ohne sie der Zweck erreicht werdenkönnte, zu verabscheuen sind. — Selbst Dankbarkeit für lang ge-leistete Dienste eines alten Pferdes oder Hundes, (gleich als ob sieHausgenossen wären,) gehört in direct zur Pflicht des Menschen,nämlich in Ansehung dieser Thiere, direct aber betrachtet ist sieimmer nur Pflicht des Menschen gegen sich selbst.
tz. 18 .
In Ansehung eines Wesens, was ganz über unsere Er-fahrungsgrenze hinaus liegt, aber doch seiner Möglichkeit nach inunteren Ideen angctroffen wird, nämlich der Gottheit ssss), haben wirebensowohl auch eine Pflicht, welche Religionspflicht genanntwird, die nämlich „der Erkenntniß aller unserer Pflichten als (instar)göttlicher Gebote." Aber dieses ist nicht das Bewußtsein einer Pflichtgegen Gott. Denn da diese Idee ganz aus unserer eigenen Ver-nunft hervorgeht und von uns, es sei in theoretischer Absicht, umsich die Zweckmäßigkeit im Weltganzen zu erklären, oder auch umzur Triebfeder in unserem Verhalten zu dienen, selbst gemacht
-s) 1- AuSg.: „zu lieben, (z. B. Lie schönen Krosiallisationen, das un-beschreiblich Schöne des GewLchSrciches.)"
sch) 1. Au§g>: „z. B. der Idee der Gottheit"