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Zeit zu gewinnen, blieben tief ihrem Gediichtniß eingegraben.Vielleicht kam auch hierzu nach der flüchtige Gedanke der Möglich-keit einer ewigen Trennung von ihrem Geliebten, wenn cs ihmgelingen sollte, ihren Bruder einznhvlen, wo dann der Tod dessel-ben unvermeidlich schien. Es ist jederzeit schwer, die Gefühle desMenschen zu ergründen, um so schwerer, wenn sie sich mit derSchnelle und der Lebhaftigkeit des Blitzes folgen, wie dieses soleicht bei dem empfindnngsvollen Herzen des Weibes der Fall ist.
„Warum zögern Sie, thenre Franziska?" rief Dnnwoodie, indie Betrachtung des Wechsels ihrerZüge versunken; „wenige Minu-ten können mir das Recht geben, Sie als Gatte zu schützen."
Franziska schwindelte. Sic blickte ängstlich nach der Uhr, undder Weiser schien zu zögern, recht in der Absicht, sie zu foltern.
„Sprich, Franziska," flüsterte Dnnwoodie, „soll ich meinegute Base zum Beistand herbeirnfen? Entschließe dich, denn dieZeit drängt."
Sie versuchte, zu antworten, konnte aber nur einige unver-ständliche Worte hcrvvrbringen, welche ihr Liebhaber dem alther-gebrachten Branche zufolge zu seinen Gunsten deutete. Er wandtesich und flog nach der Thüre, als auf einmal das Mädchen wie-der ihrer Stimme mächtig wurde:
„Bleiben Sie, Dnnwoodie; ich kann diesen feierlichen Bundnicht schließen, so lange noch eine Heimlichkeit auf meinem Ge-wissen liegt. Ich habe Heinrich gesehen, seit er von hier entwich,und es ist für ihn äußerst wichtig, Zeit zu gewinnen. Sie kennenjetzt die Folgen einer Zögcrnng, und wenn Sie mit diesem Be-wußtsein meine Hand nicht zurückweisen wollen, so reiche ich sieIhnen freiwillig."
„Sie zurückwcisen?" rief der entzückte Jüngling; „ich nehmesie an, als die beseligendste Gabe des Himmels. Es ist noch Zeitgenug für uns Alle vorhanden. In zwei Stunden bi» ich durchdie Berge, und morgen Mittag werde ich mit Heinrichs Begna-