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6 (1853) Der Spion : eine amerikanische Erzählung aus dem Jahre 1780
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444
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Morgen nur den Zeuge» eines schmachvollen Todes erwarten durste.Alle Feuchtigkeit meines Körpers schien in dem über die Gliederrinnenden Schweiße zu entweichen, und wenn ich mich an das Lochwagte, welches mir durch die Eisenstangen Luft Zuströmen ließwenn ich einen Blick auf das Lächeln der Natur werfen wollte,das Gott selbst seinen geringsten Geschöpfen beschert, so stand dieschreckliche Gestalt des Galgens vor meinen Augen, wie das böseGewissen vor der zerrissenen Seele des Sterbenden. Viermal binich in ihren Händen gewesen, ohne dieses letzte Malz aber zwei-mal dachte ich, mein Ständlein sei gekommen. Das Sterbenkommt uns immer schwer an, Kapitän Wharton; aber die letztenAugenblicke allein und nnbemitleidct hinzubringen Niemandmehr zu wissen, der an dem Geschicke eines Menschen Theil nähme,für welchen sich jetzt die ganze Erdenbahn schließt denken zumüssen, daß man in wenigen Stunden die Dunkelheit, welche manim Hinblick ans die Zukunft liebgewonnen hat, verlassen und an'sLicht des Tages treten solle, um Augen zu begegnen, die Einenvon allen Seiten anstarren, als wäre man ein wildes Thierund dann von Allem hinwcggenommen zu werden unter demScherz und Hohn seiner Mitgeschöpfe das, Kapitän Wharton in der That, das heißt erst sterben!"

Heinrich horchte erstaunt ans, als er seinen Begleiter dieseWorte mit einer Heftigkeit aussprechen hörte, welche er nie zuvoran demselben bemerkt hatte. Beide schienen der Gefahr und ihrerRollen vergessen zu haben.

Wie? Seid Ihr je dem Tod so nahe gewesen?"

Bin ich nicht seit drei Jahren das gehetzte Wild dieserBerge?" versetzte Harvey.Einmal stand ich sogar schon unterdem Galgen, und ich verdankte nur einem Angriff der königlichenTruppen meine Rettung. Kamen sie nur eine Viertelstunde später,so war ich eine Leiche. Ich stand mitten unter gefühllosen Män-nern und gaffenden Weibern und Kindern, wie ein fluchwürdiges