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Geben Sie doch auf die Schildwache Acht, die dort vor uns imFelde steht! Sie hat ei» scharfes Auge auf uns."
„Was bekümmert uns der Infanterist/" sagte Heinrich unge-duldig; „er kann höchstens nach uns schießen, aber die Dragonerkönnen uns wieder aufgreifen. Gewiß, Harvey, ich höre denHufschlag von Pferden hinter uns ans der Straße. Seht Ihrnichts Besonderes?"
„Hm!" versetzte der Hansirer, „'s gibt allerdings etwas Be-sonderes hinter dem Gebüsch, links von Ihnen. Drehen Sie denKops ein wenig, so werden Sie es auch bemerken und vielleichteine Nutzanwendung daraus ziehen."
Heinrich machte rasch von dieser Erlanbniß, seitwärts zu sehen,Gebrauch, und das Blut gerann ihm bis zum Herzen, als er ge-wahrte, daß sie an einem Galgen vorbeiritten, welcher unstreitigzn seiner eigenen Hinrichtung errichtet worden war. Er wandtedas Gesicht mit nnverhnlltem Entsetzen von diesem Anblick ab.
„Ein ernster Ermahner, klug zn sein," sagte der Hansirer inder sententiösen Weise, in welcher er sich oft anszndrücken pflegte.
„Wahrlich, ein schrecklicher Anblick!" rief Heinrich und ver-hüllte die Angen mit der Hand, als ob er das Bild eines Ge-spenstes von sich fern halten wolle.
Der Hausieer wandte sich jetzt ein wenig im Sattel und sprachmit bitterem und wchmüthigem Nachdruck.
„Und jetzt, Kapitän Whartvn, sehen Sie ihn, indeß der volleSchein der niedergehenden Sonne auf Sie fällt und Ihnen dieLuft rein und frisch von den Bergen entgcgenweht. Mit jedemSchritte, den Sie thun, lassen Sie diesen verhaßten Galgen weiterhinter sich. Jede dunkle Höhle, jeder Felsblock des Gebirgs bietetIhne» einen Versteck gegen die Rache Ihrer Feinde. Aber ich habeden Galgen schon anfgeschlagen gesehen, wo sich kein Zufluchtsortdarbot. Ich war zweimal in Kerkern begraben, wo ich in Kettenund Banden Nächte der Qual durchlebte, und in dem grauenden