423
tion des Kirchenlieds, wie sie im Osten *) gebräuchlich war —anfs unverkennbarste anssprach.
„Cäsar," sagte Miß Pcyton, „reiche dem Herrn eine Erfri-schung; er scheint ihrer nach seinem Ritte zu bedürfen."
„Ich suche keine Stärkung in den Dingen dieser Welt," ent-gegnete der Geistliche in hohlen Grabestönen. „Ich habe drei-mal an diesem Tage im Dienste meines Meisters ausgehalten,ohne schwach zu werden; indessen ist es doch gut, dieser gebrech-lichen irdischen Hülle anfzuhelfen, denn in der That, der Arbeiterist seines Lohnes werth."
Er öffnete seine Ungeheuern Kinnladen und nahm eine kräftigePortion des ihm angebotenen Branntweins zu sich, der ihm mitderselben Leichtigkeit durch die Kehle glitt, mit welcher sich derMensch zur Sünde kehrt.
„Dann fürchte ich, Sir, das; es Ihnen die Ermüdung unmög-lich machen wird, das Amt, zu dessen Uebernahme Sie Ihre Güteveranlaßt hat, anszuüben."
„Weib!" rief der Fremde mit Pathos, „wer hat mich je inmeiner Pflicht unterliegen sehen? Aber richtet nicht, damit ihrnicht gerichtet werdet, und glaubt nicht, daß es dem sterblichenAuge gegeben ist, die Wege Gottes zu ergründen."
„Nein," erwiedcrte die Jungfrau demüthig, aber doch etwasärgerlich über dieses Kanderwälsch, „ich getraue mir nicht einmalüber die Zustände und Absichten meiner Mitmenschen ein Urtheilzu fällen, geschweige denn über die Zwecke der Allmacht."
„Recht so, Frau — das ist wohlgethan," rief der Mann Gottes,indem er mit hochmüthiger Geringschätzung den Kopf wiegte;„Demnth ziemt deinem Geschleckte und deiner verderbten Natur;deine Schwäche treibt dich ohnehin unaufhaltsam gleichsam unterden Besen der Zerstörung."
') Unter ..Osten" werden die Staaten von Neu-Engtand verstanden, welche ur-sprünglich von Puritanern bewohnt waren, und auch gegenwärtig noch mancheEigenheiten dieser ersten Ansiedler erkennen lassen.