seines Regiments machte?" fragte der Obrist mit unterdrückterStimme, wobei er die durchdringenden Blicke seiner Kollegen zuvermeiden suchte.
„O gewiß der erste," rief das Mädchen hastig; — „sein erstesVergehen, wenn man es ein Vergehen nennen kann."
„Aber Sie schrieben ihm, — Sie forderten ihn auf, zukomme»? Gewiß, junge Dame, war es Ihr Wunsch, IhrenBruder wieder zu sehen," fugte der Obrist ungeduldig bei.
„Daß wir es wünschten und darum beteten — o wie heißhaben wir darum gefleht — ist wahr. Aber eine Korrespondenzmit der königlichen Armee hätte unserem Vater gefährlich werdenkönnen, und so wagte» wir es nicht."
„Verließ er das Haus, ehe er gefangen genommen wurde,oder hatte er eine Unterredung mit irgend Jemand außer demHause?"
„Mit Niemand — mit keinem Menschen, ausgenommen mitunscrm Nachbar, dem Hausirer Birch."
„Mit wem?" rief der Obrist erbleichend, und fuhr zurück,als hätte ihn eine Natter gebissen.
Dnnwoodie stöhnte laut, schlug die Hand an die Stirne undrief in durchdringendem Tone: „er ist verloren," dann stürzte erans dem Zimmer.
„Mit Harvey Birch," wiederholte Franziska, und blickte wildnach der Thüre, durch welche ihr Geliebter verschwunden war.
„Harvey Birch!" hallte es von dem Munde aller Richterwieder. Die zwei unbeweglichen Mitglieder des Gerichts wink-ten sich mit den Augen zu, und warfen forschende Blicke auf denGefangenen.
„Meine Herren," sagte Heinrich Wharton, indem er wiedervor seine Richter trat, „es kann Ihnen nichts Neues sein, daßHarvey Birch im Verdachte steht, als begünstige er die königlicheSache, denn er ist bereits durch Ihre Tribunale zu dem Schicksal,