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Es läßt sich nicht absehen, wie weit dieses Thema Sitgrea-ve's thätige Phantasie noch geführt haben würde, wenn er nichtunterbrochen worden wäre. Lawtvn, der bisher ein schweigender,aber ansmerksamer Beobachter gewesen war, benützte nämlich denGegenstand der Unterhaltung plötzlich zu der Frage:
„Sagen Sie mir doch, Obrist Wellmere, wie wird die Bi-gamie in England bestraft?"
Der Bräutigam fuhr zusammen und erbleichte bis zu denLippen. Er faßte sich jedoch schnell wieder und antwortete miteiner Leichtigkeit, wie sie einem so glücklichen Manne ziemte:
„Mit dem Tode, — der gerechten Vergeltung eines solchenVerbrechens."
„Mit Tod und Section," fuhr der Wundarzt fort. „Es istselten, daß das Gesetz einen möglichen Nutzen, der sich von einemUebelthäter noch erzielen läßt, übersieht. Bigamie ist, zumal beimManne, ein abscheuliches Verbrechen."
„Mehr noch, als die Ehelosigkeit?" fragte Lawton.
„Gewiß," versetzte der Wundarzt, ohne sich ans der Fassung'bringen zu lassen: „wer im ledigen Stande verbleibt, kann seinLeben der Wissenschaft und der Erweiterung seiner Kenntnisseweihen, und es ist nicht nöthig, daß er etwas zur Propagationseiner Species beitrage: aber der Elende, der die natürliche An-lage des Weibes zur Leichtgläubigkeit und zu zarter Hingebungmißbraucht, versündigt sich ans die nichtswürdigste Weise, beson-ders auch wegen des niedrigen Betrugs, den er dabei anwendet."
„In der That, Sir, die Damen müssen Ihnen außerordent-lich dafür verbunden sein, daß sie die Thorheit zu ihren natür-lichen Anlagen zählen."
„Kapitän Lawtvn, der animalische Organismus des Mannesist edler, als der des Weibes. Seine Nerven haben wenigerSensibilität, der ganze Bau ist weniger geschmeidig und nachgie-big. Ist es daher ein Wunder, daß der Hang zum Vertrauen,