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6 (1853) Der Spion : eine amerikanische Erzählung aus dem Jahre 1780
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Seite
314
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animalischen Lebens entspringen konnte. Dieser unrichtigen Mei-nung znsolge hält man dafür, daß der vierte Finger der linkenHand eine Eigenschaft in sich berge, welche keinem anderen Aus-läufer der Handwurzel zukomme, weßhalb er denn auch der Ord-nung gemäß während des Traunngsaktes mit einem Ring um-geben wird, als ob man damit die Liebe an die Ehe fesseln wolle,die doch am besten durch die Anmnth des weiblichen Charaktersgesichert wird."

Bei diesen Worten legte der Doktor seine Hand ausdrucksvollan's Herz, und verbeugte sich, als er schloß, fast bis zur Erde.

Ich weiß nicht, Sir, ob ich Sie recht verstehe," verfehleMiß Peytvn, deren schlechte Fassnngsgabe der Leser durch denBombast des Operateurs hinreichend entschuldigt erachten wird.

Ein Ring, Madame ein Ring fehlt für die Copnlations-ceremonie."

Die Dame begriff, sobald sich der Chirurg deutlich ansgespro-chcn hatte, im Augenblick die unangenehme Lage des Brautpaars.Sie warf einen Blick ans ihre Nichten, und bemerkte mit einigemMißvergnügen in den Zügen der jüngcrn eine geheime Schaden-freude, während Sara von einer Schamröthe übergvssen war,welche die achtsame Tante wohl zu deuten wußte. Sie hätte sichjedoch um Alles in der Welt keinen Verstoß gegen die Gesetze derweiblichen Etignette erlaubt. Die Damen alle erinnerten sich imersten Augenblick, daß der Trauring der seligen Mutter und Schwe-ster unter ihrem übrigen Schmucke friedlich in einem verborgenenGewölbe lag, welches man in frühere» Tagen hatte anfertigenlassen, um solche Kostbarkeiten den Klanen ranblnstiger Freibeuterzn entziehen, welche die Gegend unsicher machten. Nach diesemgeheimen Aufbewahrungsorte hatte man das Silbergeschirr undsonstige werthvolle Gegenstände geflüchtet, und dort lag auch derbis zn diesem Augenblick vergessene Ring in nächtlicher Ruhe. Eswar jedoch seit undenklichen Zeiten Sache des Bräutigams, dieses