Druckschrift 
6 (1853) Der Spion : eine amerikanische Erzählung aus dem Jahre 1780
Entstehung
Seite
313
Einzelbild herunterladen
 

313

zu dem Geständnisse gcnöthigt, daß er sich mit keinem Ring vor-gesehen habe: ein Umstand, welchen der heilige Mann für ei» ka-nonisches Hinderniß der Einsegnung der Ehe erklärte. Die Be-rufung auf Herrn Wharton hinsichtlich der Richtigkeit dieser Ent-scheidung wurde bejahend beantwortet, wie denn auch wohl dasGegcntheil erwiedert worden wäre, wenn der Geistliche die Fragein einer Weise gestellt hätte, um auf ein anderes Resultat zuführen. Der Eigcnthümer der Locusten hatte durch den Schlag,welcher ihn in dem kürzlichen Unfälle seines Sohnes betroffen,die wenige Geisteskraft, welche er im Allgemeinen besaß, völligverloren, und seine Zustimmung zu dem Einwnrfe des Kaplanswurde daher ebenso leicht erlangt, als seine Einwilligung zu Well-merc's übereilter Freieren Während die Gesellschaft sich so inpeinlicher Verlegenheit befand, traten Miß Peyton und Franziskaein. Der Wundarzt der Dragoner näherte sich der Ersteren undbemerkte, indem er ihr einen Stuhl bot:

Es scheint, Madame, daß ungünstige Umstände den Obristenverhindert haben, sich mit denjenigen Decorationen zu versehen,welche das Herkommen und die Kirche als unerläßlich vorschreibt,wenn man in den Stand der heiligen Ehe treten will."

Miß Peyton warf einen ruhigen Blick auf den betroffenenBräutigam, und da cs ihr vorkam, als ob rr sich, so gut als esZeit und Gelegenheit erlaubte, hinreichend herausgepnyt hätte,so sah sie wieder fragend auf den Sprecher zurück.

Der Wundarzt verstand ihren fragenden Blick und beeilte sich,ihm zu willfahren.

Man ist," bemerkte er,im Allgemeinen der Meinung, daßdas Herz ans der linken Seite des Körpers liege, und daß dieVerbindung der Glieder dieser Seite mit dem, was man den Sitzdes Lebens nennen kann, weit inniger ist, als die der entgegen-gesetzten Organe. Dies; ist jedoch ein Jrrthum, der nur aus einervölligen Unbekanntschaft mit dem organischen Bau des ganzen