zur Trauung unumgängliche Erfordernis, hcrbciznschaffen, und MißPeyton hätte um keinen Preis einen Schritt gcthan, durch wel-chen dem üblichen Vorrecht ihres Geschlechts bei dieser feierlichenGelegenheit zu nahe getreten worden wäre — wenigstens in kei-nem Falle, ohne daß dieser Verlehnng des Auslandes durch einegehörige Dosis von Verlegenheit und Unlust die gebührende Sühnezu Theil wurde. Keines der Frauenzimmer machte daher vondiesem Umstand Gebrauch: die Tante aus Rücksichten des weibli-che» Schicklichkcitsgefühls, die Braut ans Scham, und Franziska,weil ihr jede Verlegenheit willkommen war, welche das Gelübdeihrer Schwester verzögerte. Es blieb dem Doktor SitgreavesVorbehalten, das peinliche Schweigen zn unterbrechen.
„Wenn, Madame, ei» einfacher Ring, welcher einmal meinerSchwester gehörte —" er hielt an und fuhr nach einigem Räuspernwieder fort — „wenn, Madame, ein Ring von der genannten Be-schaffenheit zn dieser Ehre zngelassen werden kann, so bin ich indem Besitze eines solchen: auch läßt er sich leicht ans meinem Quar-tier in den Kreuzwegen herbeischaffen, und ich zweifle nicht, daß erdem Finger, für welchen er nöthig ist, paffen wird. Es ist eineausfallende Aehnlichkeit zwischen — hm — meiner seligen Schwesterund Miß Wharton, sowohl in der Größe als in dem anatomischenBan, und bei allen edleren Geschöpfen lassen sich stets dieselbenVerhältnisse durch die ganze animalische Oekonomie bemerken."
Ein Blick von Miß Peyton erinnerte Obrist Wellmcre an seinePflicht; er sprang vom Stuhle auf und versicherte den Wundarzt,daß er ihm durch Nichts eine größere Verbindlichkeit anflcgen würde,als wenn er diesen Ring holen ließe. Der Wundarzt verbeugte sichmit einer Miene von Wichtigkeit, und entfernte sich, um sein Ver-sprechen durch Absendnng eines Boten in Vollzug zn setzen. DieTante ließ ihn gehen; da es ihr aber nicht behagte, einen Frem-den in ihr Hausregiment eingreife» zn sehen, so folgte sie ihm ansdem Fuße, und traf die Vorkehrung, daß statt des Bedienten des