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6 (1853) Der Spion : eine amerikanische Erzählung aus dem Jahre 1780
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verbeugen, worauf sie sich mit Wurde zurückzog, um die Braut indie Versammlung einznführen. Die Stunde rückte heran, in wel-cher nach amerikanischer Sitte die Ehegelöbniffe ansgctauscht wer-den mußten, und Sara folgte ihrer Tante, unter den mannig-faltigsten Gemüthserregnngen erglühend, in das Besuchszimmer.Wellmerc eilte ihr entgegen, um die Hand, welche sie ihm mitabgewandtem Gesichte hinbot, zu fassen, und jetzt schien sich derenglische Obrist zum ersten Mal auf die wichtige Rolle zu besinnen,welche er bei den bevorstehenden Ceremonien zu spielen hatte. Bis-her war sein Benehmen zerstreut und unruhig gewesen; jetzt aberschien Alles, bis auf das Bewußtsein seines Glückes, bei dem lieb-lichen Anblicke, der vor seinen Augen in strahlender Herrlichkeitanftanchte, verschwunden zu sein. Alle erhoben sich von ihrenSitzen, und der Geistliche hatte bereits sein Formular anfgeschla-gen, als Franziska's Abwesenheit bemerkt wurde. Miß Peytonentfernte sich, um die jüngere Nichte aufznsnchcn, und fand sieans ihrem Zimmer in Thränen zerfließend.

Komm, meine Liebe, die heilige Handlung erwartet uns,"sagte die Tante, indem sie zärtlich ihren Arm um den ihrer Nichteschlang;suche dich zu fassen, damit der Wahl deiner Schwesterdie gebührende Ehre widerfahre."

Ist er kann er ihrer würdig sein?"

Wie sollte er nicht?" erwiederte Miß Peyton;ist er nichtein Mann von Stande?ein tapferer, wenn auch unglücklicherKrieger? Gewiß, meine Liebe, er scheint alle Eigenschaften zu be-sitzen, welche ein Weib glücklich machen können."

Franziska hatte ihren Gefühlen Luft gemacht, und gab sich nunalle Mühe, sich so weit zu sammeln, daß sie in der Versammlungerscheinen konnte. Um jede durch diese Zögerung veranlaßte Ver-legenheit zu beseitigen, richtete der Geistliche einige Fragen anden Bräutigam, von welchen übrigens eine durchaus nicht zu sei-ner Zufriedenheit beantwortet wurde. Wellmere sah sich nämlich