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6 (1853) Der Spion : eine amerikanische Erzählung aus dem Jahre 1780
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Der Wundarzt legte den Finger an seine Nase nnd begannnnn den Fall zu begreifen.

Ist es nicht eine himmelschreiende Schmach, daß so ein Son-nenscheinheld ans den Reihen des Feindes Herkommen nnd unsdie schönste Pflanze, die ans unserem Boden wuchs, wegstehlendarf?" brummte Lawton,eine Blume, die so ganz geeignetwäre, die Brust eines Mannes zu schmucken?"

Wenn der Ehemann sich nicht besser macht, als der Patient,so furchte ich, John, daß die Dame ihre Noth mit ihm haben wird."

Sei's d'rnm," sagte der Reiter nnmnthig,sie hat gewähltunter den Feinden ihres Vaterlandes, nnd so mag sie denn dieguten Eigenschaften der Fremdlinge erproben."

Die Unterhaltung wurde durch Miß Peyton unterbrochen, welcheden Beiden mittheilte, daß sie eingeladen worden seien, um dieVermählung ihrer ältesten Nichte nnd des Obristen Wellmere mit-znfeiern. Die Herren verbeugten sich, nnd die gute Tante fuhrin Folge des ihr innewohnenden Anstandsgefnhls fort, zu erzäh-len, daß die beiderseitige Bekanntschaft sich von früherer Zeit herschreibe, nnd ihre Liebe keineswegs ein Werk der letzten Tage sei.Lawton verbeugte sich hierauf noch förmlicher; der Wundarztaber, welcher immer eine Freude daran fand, mit der Jungfrauzu plaudern, crwiederte:

Das menschliche Herz ist bei verschiedenen Individuen ver-schieden beschaffen. Bei dem einen sind die Eindrücke lebhaft undvorübergehend, bei dem andern mehr tief nnd dauernd. Es gibtauch in der That Philosophen, welche einen Zusammenhang zwi-schen den physischen und geistigen Kräften des Lebens annehmen;aber ich, für meinen Thcil, Madame, glaube, daß die einen mehrunter dem Einflüsse der Gewohnheit und der Liebe zur Geselligkeitstehen, während die andern ganz und gar den eigenthümlicheuGesetzen der Materie unterworfen sind."

Rach dieser Bemerkung kam die Reihe an Miß Peyton, sich zu