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tugendhaften Frauen stets als ein heiliges Gefühl, welches Allem,was in seine Sphäre kömmt, eine Weihe crtheilt. Obgleich MißPepton sich die Gefahr, welche ihren Neffen bedrohte, aufrichtigzu Herzen nahm, so sah sie doch wohl ein, daß die Unruhe desKrieges der Liebe nicht förderlich sei, und daß Augenblicke, welchedie Gunst des Zufalls gewährte, nicht unbenutzt vorübergehendurften.
So vergingen einige Tage ohne irgend eine Störung in demgewohnten Treiben der Bewohner des Landhauses und der in denKreuzwegen kantonirenden Mannschaft. Der Mnth der Ersterenwurde durch die Uebcrzengnng von Heinrichs Unschuld und dieZuversicht zu Dnnwoodie's erfolgreichen Bemühungen in dieserAngelegenheit aufrecht erhalten, während Letztere ungeduldig derNachricht von einem Treffen und dem Befehle znm Aufbruch, wel-cher stündlich erwartet wurde, cntgegensah. Aber Lawton hoffteauf Beides vergebens. Briefe des Majors meldeten, daß der Feind,als er von der Niederlage und dem Rückzüge der Abtheilnng,welche gleichzeitig opcriren sollte, benachrichtigt worden sei, einerückgängige Bewegung gemacht und sich hinter den Werken desForts Washington sicher gestellt habe, wo er sich nunmehr nn-thätig verhalte, daß man übrigens jeden Augenblick gewärtig seinmüsse, er werde einen Schlag führen, um für den widerfahrenenSchimpf Rache zn^nehmen. Zugleich wurde dem Rittmeister aufsNene Wachsamkeit cingeschärft, und dem Briefe ein Komplimentüber Lawtons Eifer und nnbezweifelte Tapferkeit beigefügt.
„Außerordentlich schmeichelhaft, Major Dnnwoodie," brummteder Dragoner, indem er das Schreiben auf den Boden warf undin der Stube auf- und abschritt, um seine Ungeduld zu beschwich-tigen. „Sie haben für diesen Dienst gar geeignete Hüter ansge-lesen. Laß doch sehen — ich habe da für die Interessen einesgebrechlichen, unschlüssigen, alten Mannes Sorge zu tragen, vondem man nicht weiß, ob er zu uns oder zu dem Feinde gehört; —