279
„Wollt ihr das Frühstück haben," sagte Betty, und rieb sichdie Angen ans. „Meiner Treu, es kommt mir vor, als ob ihrmich selbst fressen wolltet — aber nur eine kleine Geduld, meineGuten, und ihr sollt es besser als je gebraten haben."
„Gebraten?" wiederholte der Wachtmeister, indem er seinereligiöse Gelassenheit und die Anwesenheit der Offiziere vergaß,„wir wollen dich braten, du Jesabel! — Du hast dem verdamm-ten Hansirer dnrchgeholfen."
„Behaltet die Jesabel und den verdammten Hanslrer nur fürEnch, Herr Wachtmeister," schrie die leicht aufgebrachte Betty.„Was habe ich mit Hansirern und Dnrchhelfen zu thnn? Ichkönnte eine Hansirersfran sein, und in Seide einhcrgchcn, wennich den Sawny M'Twill geheirathet hätte, statt einem Haufenschuftiger Dragoner nachzuziehen, die nicht wissen, wie man eineverlassene Frau mit Anstand zu behandeln hat."
„Der Bursche hat meine Bibel znrückgelassen," sagte der Ve-teran, indem er das Buch vom Boden aufnahm. Statt darin zulesen, und sich wie ein guter Christ ans sein Ende vorznberciten,bat er seine Zeit nur dazu verwendet, sein Entkommen zn be-werkstelligen."
„Und wer wird da bleiben, und sich wie ein Hund anfhängenlassen?" schrie Betty, welche den Fall allmählig zn begreifen an-fing; „es ist nicht Jeder dazu geboren, ein Ende zn nehmen, wiees Ench blühen wird, Meister Hvllister."
„Ruhig!" sagte Dnnwoodie. „Meine Herren, die Sache mußauf's Strengste untersucht werden. Es ist außer der Thüre keinweiterer Ansgang vorhanden, und da konnte er nicht durch, wennnicht die Schildwache seine Flucht unterstützte oder ans ihremPosten schlief. Ruft die Wachmannschaft zusammen."
Da die abgelvstcn Soldaten nicht gerade auf ihre Wachstubebeschränkt waren, so hatte die Neugierde sie bereits nach demPlatze gezogen; aber alle betheuerten, daß Niemand das Gemach