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6 (1853) Der Spion : eine amerikanische Erzählung aus dem Jahre 1780
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bewachte, weil er sah, daß der Gefangene sich eines Schlafes er-freute, dessen er selbst beraubt war, und daß er eine so ärgerlicheGleichgültigkeit gegen die Todesstrafe bewies, welche wegen viel-fachen Verraths an der Sache der Freiheit und des Vaterlandesdurch die militärische Strenge über ihn verhängt war. Mehr alseinmal fühlte er sich versucht, die Ruhe des Krämers durch Schmäh-reden und Vorwürfe zu stören, aber die Kriegszncht, unter wel-cher er stand, und wohl auch ein dunkles Schamgefühl über dieRohheit einer solchen Handlung, hielten ihn von diesem Vorhabenzurück.

Seine Betrachtungen wurden jedoch bald durch die Erscheinungder Waschfrau unterbrochen, welche wankend ans der Küchen-thüre kam und Flüche gegen die Bedienten der Offiziere brummte,deren Neckereien ihren Schlaf bei dem Feuer gestört hatten. DieSchildwache verstand von ihren Verwünschungen genug, um denFall zu begreifen, aber alle seine Bemühungen, mit dem erbostenWeibe ein Gespräch anznknüpfen, waren fruchtlos: und so ließer sie in das Gemach eintreten, ohne ihr von dem bereits darin be-findlichen Bewohner Nachricht zu crtheilen. Man hörte ihren schwe-ren Körper auf das Bette fallen, dann trat für einige Zeit Stille ein,die aber bald durch das erneuerte Athmen des Hansirers unterbro-chen wurde, und wenige Minuten später schnarchte Harvey wiederso laut, als ob gar keine Unterbrechung stattgefunden hätte. Jetztkam die Ablösung, und die abziehende Schildwache, welcher dieTodesverachtung des Krämers in die Nase gestochen hatte, rief,nach Mittheilnng der erhaltenen Befehle, dem Nachfolger zu:

Du kannst dich durch Tanzen warm erhalten, John; derKrämerspion hat seine Fidel gestimmt, wie du selbst hören kannst,und es wird nicht lange dauern, so fängt Betty auch an, einsanfzustreichen."

Der Spaß erregte allgemeines Gelächter bei der Runde, welchenun weiter zog, um ihrem Dienste nachzukommen. In diesem