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6 (1853) Der Spion : eine amerikanische Erzählung aus dem Jahre 1780
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Augenblicke öffnete sich die Thüre des Gefängnisses, und Bettyerschien wieder und humpelte gegen ihr früheres Quartier zu.

Halt!" sagte die Schildwache, und erwischte sic bei den Klei-dern.Wißt Ihr gewiß, daß der Spion nicht in Eurer Taschesteckt?"

Könnt Ihr den Schuft nicht in meiner Kammer schnarchenhören, Ihr schmutziger Lumpenhund," sprudelte Betty und zittertevor Wnth am ganzen Leibe;ist es so weit gekommen, daß maneiner ehrsamen Frauensperson ein Mannsbild in die Schlafkammcrlegt, Ihr Galgenstrick?"

Pah! meint Ihr den Bursche», der morgen gehängt werdensoll? Seht, er schläft ja bereits. Morgen wird er wohl noch«in längeres Schläfchen machen."

Hände weg, Ihr Schelm!" rief die Waschfrau, und ließ einekleine Flasche zurück, welche Ihr der Reiter glücklich abgerungcnhatte.Aber ich will zu Kapitän Jack gehen und ihn fragen, obes in der Ordnung ist, mir so einen Galgenvogel von Spion indie Kammer zu legen ja, und sogar auf mein ehrsames Witt-franenbett, Ihr Dieb, Ihr!"

Schweigt, alte Jesabel," sagte der Soldat lachend, und nahmdie Bonteille vom Mund, um Athem zu holen,sonst werdet Ihrden Ehrenmann anfweckcn oder wollt Ihr einem Menschen nichteinmal den letzten Schlaf gönnen?"

Ich will den Kapitän Jack anfwecken, Ihr heilloser Spitzbube,und ihn herbringen, daß er sieht, wie man mit mir umgeht. Ihrsollt mir Alle den Schabernack büßen, den ihr einer ehrsamenWittwe angethan habt."

Mit diesen Worten, welche aber nichts weiter als ein Geläch-ter der Schildwache erzielten, stolperte Betty um das ganze Endedes Gebäudes, und schlug den nächsten Weg nach den Quartierenihres Lieblings, des Kapitäns John Lawton ein, um bei ihm Bei-stand zu suchen. Aber weder der Offizier noch das Weib ließ sich