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6 (1853) Der Spion : eine amerikanische Erzählung aus dem Jahre 1780
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Wharto», in solchen Augenblicke» fühlen wir erst recht den Werthder Freundschaft und der Sympathie."

Wer es nicht selbst erfahren hat, kann sich nicht leicht vor-stelle», welche schnelle Fortschritte die Liebe in dem warmen Herzeneines weibliche» Wesens in dem kurzen Zeiträume einer halbenStunde zu machen vermag, besonders wenn es schon vorher vonschmachtender Sehnsucht ergriffen ist. Sara fand die Unterhaltung,als sie auf Freundschaft und Sympathie ablenktc, zu ansprechend,um eine Unterbrechung zu wagen; aber sie richtete ihr Auge aufden Obristen und bemerkte, wie das seinige mit einer Bewunde-rung ans ihre» Zügen ruhte, welche deutlicher und zärtlichersprach, als es Worte nur immer thnn konnten.

Ihr vertrauliches Gegenüber wurde erst »ach einer Stundeunterbrochen, und obgleich der Obrist Nichts ausgesprochen hatte,was von einer erfahrenen Matrone fürentscheidend" erklärt wor-den wäre, so war doch das Mädchen von den tausend Süßigkei-ten, welche er ihr gesagt, so entzückt, das; sic sich mit leichteremHerzen, als je seit der Gefangenschaft ihres Bruders durch dieAmerikaner, zur Ruhe begab.

Sechzehntes Kapitel.

So laßt denn die Gläser klingen,

Und froh dazu uns sinqen;

Der Soldat ist ein Äranil,

Das Leben nur eine Spann,

Der Soldat muß trinken und singen.

Othello.

8er Ort, wo das Corps der Dragoner sich lagerte, war,wie gesagt, ein Lieblingsstandqnartier seines Kommandanten. Einhalbes Dutzend verfallener Häuser bildete das Dorf, welches vonden unter einem rechten Winkel sich schneidenden beiden Straßenden Namen derKreuzwege" erhalten hatte. Nach der Gewohnheit