161
welches seiner wahrscheinlich harrte. Der Eindringling war einMann in den jüngeren Jahren, obgleich seine Gcsichtszüge ans einvon schlimmen Leidenschaften durchwnhltes Gemüth schließen ließen.Sein Anzug war so schlecht, zerrissen und unscheinbar, daß sichdaraus wohl eine verstellte Armuth erkennen ließ. Sein Haar warfrühzeitig ergraut, und das tiefliegende düstere Auge zeigte nichtsvon dem kühnen, offenen Blicke der Unschuld. Es war eine Unruhein seinen Bewegungen und eine Aufregung in seinem Benehme»,welche das Schaffen einer verderbten Seele verriethen, und die einenebenso unangenehmen Eindruck auf Andere machten, als er selbst siewohl schmerzlich in seinem Innern fühlte. Dieser Mann war derberüchtigte Führer einer der vielen Gaunerbanden, welche ans Ver-brechern jeder Art, von dem einfachen Dieb an bis zum Mörder,bestanden, und unter dem Vorwände des Patriotismus das Land un-sicher machten. Hinter ihm standen mehrere andere ebenso geklei-dete Gestalten, deren Züge jedoch nichts weiter, als die Gleich-gültigkeit einer viehischen Rohheit ansdrückte. Alle waren mit Mus-keten und Bajonetten bewaffnet und mit dem gewöhnlichen Mehr-bedarf des Fußvolkes versehen. Harvcy sah wohl ein, daß Widerstandhier vergebens sei, und fügte sich ruhig ihrem Begehren. In einemAugenblick war er und Cäsar ihrer bessere» Kleider beraubt, wo-gegen ihnen zum Austausche die der zwei Schmutzigsten ans derBande überlassen wurden. Dann führte man sie in zwei verschie-dene Zimmerccken, setzte ihnen die Mnsketcnmnndnngcn ans dieBrust und forderte sie ans, alle Fragen, welche man an sie rich-ten wurde, gewissenhaft zu beantworten.
„Wo ist dein Pack?" war die erste Frage an den Krämer.
„Hört mich," sagte Harvcy, zitternd vor innerer Erregung;„im nächsten Zimmer liegt mein Vater im Todeskampfe. Laßtmich zu ihm gehen, seinen Segen empfangen, seine Angen zu-drücken — und Ihr sollt Alles haben — ja, Alles."
„Antworte mir auf meine Frage, oder diese Muskete wirdDer Spie». 1;