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6 (1853) Der Spion : eine amerikanische Erzählung aus dem Jahre 1780
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gerne an, daß die Dinge sich in Wirklichkeit so verhalten, wie sienach unser» Gedanken sein sollten.

Die verzagende Schwester entnahm diese anfblihenden Hoff-nungen mehr ans dem Auge, als ans den Worten des jungenKriegers. Das Blut strömte wieder in ihre Wangen, und sie riesmit Lebhaftigkeit:

O, daran z» zweifeln ist ja nicht der mindeste vernünftigeGrund vorhanden. Ich wußte es ja ich wußte es, Dunwoodie,daß Sie uns in der Stunde unserer größte» Nvth nicht verlassenwürden." Die Macht ihrer Gefühle gewann die Oberhand, unddas geängstigtc Mädchen machte ihrem gepreßten Herzen durcheinen Strom von Thränen Luft.

Die Pflicht, diejenigen zu trösten, welche uns thener sind, isteines der köstlichsten Vorrechte der Liebe, und obgleich MajorDunwoodie nur wenig Trost in der Vermnthnng, die sich ihm imAugenblicke darbot, fand, so war es ihm doch unmöglich, dasliebliche Wesen zu enttäusche», welches sich, als er die Spurenihrer Gefühle von ihren Wangen wischte, an seine Schulter lehnte,und in der Zuversicht, ihren Bruder gerettet und unter demSchuhe ihres Geliebten zu wissen, wieder neu auflebte.

Als sich Franziska hinreichend gesammelt hatte, um ihre Em-pfindungen zu beherrschen, eilte sie in das andere Zimmer voran,um ihrer Familie die frohe Kunde mitzutheilen, welche bei ihrbereits zur zuversichtlichen Ueberzengung geworden war.

Dunwoodie folgte widerstrebend und mit unheilvollen Ahnungen;aber wenige Augenblicke brachten ihn in den Kreis seiner Ver-wandten, und er hatte aller seiner Entschlossenheit anfzubicten,um diese schwere Prüfung mil Festigkeit zu bestehe».

Die Begrüßung der junge» Männer war herzlich und offenvon Heinrich Whartons Seite geschah sie sogar mit einer Ruhe,als ob gar nichts vorgefallen sei, was seine Fassung hätte störenkönnen.