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6 (1853) Der Spion : eine amerikanische Erzählung aus dem Jahre 1780
Entstehung
Seite
72
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Ich kann das, ohne der Wahrheit zn nahe zn treten, nichtsagen," crwiederte der Dragoner.Mir ist Ihr dunkles Haar, auswelchem Sie mit so vielem Fleiß den Puder gekämmt zn haben schei-nen, viel lieber. Aber das muß ein tüchtiger Hieb gewesen sein,den Sie unter diesem Ungeheuern schwarzen Pflaster verbergen."

Sie scheinen ei» so guter Beobachter z» sei», daß ich IhreMeinung darüber hören möchte, mein Herr," sagte Heinrich, indemer den Lasst entfernte und die unbeschädigte Wange zeigte.

Ans mein Wort, Ihr Aenßcres verbessert sich rasch," fuhrder Offizier fort, den »»beugsamen Ernst in seinen Zügen bewah-rend.Wenn ich Sie nur überrede» könnte, diesen alten Ueber-rock mit jenem blauen Kleide dort an Ihrer Seite zn vertauschen,so märe mir, glaube ich, nie eine angenehmere Umwandlung vor-gekommen, seit ich selbst ans der Licntenants-Unisorm in die einesKapitäns gekrochen bin."

Der junge Wharton that mit großer Fassung, was von ihmverlangt wurde; und stand nun als ein sehr schöner und gutgekleideter junger Mann da. Der Dragoner blickte ihn einenMoment mit dem possierlichen Wese», welches ihm eigenthümlichwar, an und fuhr dann fort:

Eine neue Erscheinung ans dem Schauplätze. Sie wissen, esist gebräuchlich, daß Fremde cingesührt werden. Ich bin KapitänLawton von der virginische» Reiterei."

Und ich, mein Herr, bin Kapitän Wharton von Seiner Ma-jestät sechzigstem Infanterie-Regiment," erwiederte Heinrich miteiner steifen Verbeugung, in der er seine frühere Weise wiederannahm.

Lamtons Züge änderten sich plötzlich und die angenommenescherzhafte Geziertheit verschwand. Er betrachtete die Gestalt desKapitän Wharton, welcher in seiner vollen Würde »nd mit stol-zem Verschmähen jeder weitern Verheimlichung vor ihm stand,und ries mit großem Ernste: