49
selten ohne Erröthen den Name» des Mannes, den sic lieben möchte,oder mit dem sie die müssige Plandersncht des Tages in eine nähereVerbindung gebracht hat. Ein Gleiches mar auch bei Sara derFall, welche lächelnd die Angen zur Erde senkte, und von einemPurpur glühte, der ihre angeborenen Reize keineswegs verminderte.
Kapitän Wharton achtete nicht des Antheils, welchen seineSchwester zu erkennen gab, und fuhr fort: „Er ist bisweilenschwermüthig; wir necken ihn oft dabei und sagen, er müsse ver-liebt sein."
„Sara erhob ihr Auge wieder zn ihrem Bruder, sah sich dannlangsam in der übrigen Gesellschaft um, und begegnete dabei dem schalk-haften Blicke ihrer Schwester, welche mit lebhaftem Lache» ausrief:
„Ach, der arme Mann! Ist er in Verzweiflung?"
„Ei, wie sollte ep das? er, der älteste Sohn eines reichenMannes, hübsch und Obrist?"
„In der That, gewichtige Gründe, um bei Vernunft zn blei-ben," sagte Sara mit erzwungenem Lächeln, „namentlich das letztere."
„Laß dir sagen," erwiederte der Kapitän ernsthaft, „eineObristlientenantsstelle bei der Garde ist eine recht hübsche Sache."
„Und Obrist Wellmere ein sehr hübscher Mann," fügte Fran-ziska bei.
„Ach, Fanny," entgegnete die Schwester, „Obrist Wellmereihat nie deine Gunst besessen; er ist zn loyal gegen seinen König,um nach deinem Geschmack zn sein."
Franziska versetzte rasch: „Und ist Heinrich nicht auch loyalgegen seinen König?"
„Kommt, kommt!" sagte Miß Peyton. „Keinen Streit überden Obristen — ich nehme ihn in meinen Schuh."
„Fanny hat die Majors lieber," rief der Bruder und zog sieauf sein Knie.
h „Unsinn," sagte das erröthende Mädchen, und war bemüht,,'>fich dem Arme des lachenden Kapitäns zu entwinden.
. ? Der Spion. 4