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6 (1853) Der Spion : eine amerikanische Erzählung aus dem Jahre 1780
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ihre eigene Kühnheit, nnd dnrchwühlte hastig ihr Arbcitskörbchen,in der stillen Hoffnung, ihre Bemerknng sei unbeachtet geblieben.

Der Reisende hatte sein Ange von einer Schwester ans dieandere gerichtet, als sic nacheinander ihre Meinnngcn Preisgaben,nnd ein fast unbemerklichcs Zucken der Muskeln seines Mundesverrieth eine neue Erregung, als er die jüngere scherzend fragte:

Darf ich mir die Frage erlauben, welche Folgerung Sie ansdiesem Umstande ziehen?"

Franziska erröthete noch höher, als sie so geradezu um ihreMeinung über einen Gegenstand angegangen wurde, den sic unvor-sichtiger Weise in der Gegenwart eines Fremden berührt hatte.Da sie aber die Nothmcndigkeit einer Antwort cinsah, so erwie-derte sie nach einigem Zögern nicht ohne Stottern:

Nun nun mein Herr meine Schwester nnd ich sind bis-weilen verschiedener Meinung über die Tapferkeit der Engländer."Ei» vielsagendes Lächeln spielte um den Mund des unschuldigenKindes, als sie schloß.

In welcher Beziehung unterscheiden sich wohl Ihre Ansichtenüber diesen Gegenstand?" fuhr Harpcr fort, indem er ihrem leben-digen Blicke mit dem Lächeln einer fast väterlichen Zartheit ent-gegen kam.

Sara glaubt, die Engländer seien nie geschlagen worden, wäh-rend ich in ihre Unüberwindlichkeit kein so großes Vertrauen sehe."

Der Reisende hörte ihnen mit jener zufriedenen Nachsicht zu, mitwelcher das kräftige Alter so gerne die Glut jugendlicher Unschuldbetrachtet; aber, ohne Etwas zu entgegnen, wandte er sich wiedergegen das Feuer nnd blickte eine Weile schweigend ans die glim-menden Kohlen.

Herr Wharton hatte sich vergebens bemüht, über die politischenAnsichten seines Gastes in's Klare zu kommen. Obgleich in demAenßern desselben nichts Znrückstvßcndcs lag, so forderte es dochauch nicht zur Mittheilnng auf, sondern zeigte im Gegentheil eine