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9 (1867) L. C. Sulla
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sie die Kriegstribnnen. Zur Vergeltung ermordeten die Mariuner inder Stadt nun wieder die Freunde Sulla's und plünderten ihre Hab-seligkeiten.

Da gab cs nun ein großes Auswandern , und Fliehen, indemdie Einen vom Lager nach der Stadt *), die Andern ans der Stadtin's Lager zu kommen suchten! Der Senat hatte alle Selbständig-keit verloren und wurde nur noch von den Kommandoworten des Ma-rius und Snlpicins dirigirt.

Als derselbe von dem Anrücken Sulla's gegen Rom Nachrichterhielt, so schickte er zwei Prätoren, Brutus und Servilins, ab, umihm den angctretenen Marsch zu verbieten. Diese führten gegen Sullaeine keckere Sprache, so daß die Soldaten heranstürzten, um sie zuermorden. Sie zerbrachen ihnen wenigstens die Fascen, rissen ihnendie purpnrverbrämten Togen vom Leibe und schickten sie dann nachvielen weiteren Mißhandlungen fort.

Dieß erregte sogleich eine tiefe Niedergeschlagenheit, wie mansie ihrer Insignien als Prätoren beraubt sah und ans ihrem Mundevon einem Aufstande hören mußte, der nicht mehr zu bändigen, son-dern bereits unheilbar geworden sei.

Marius und sein Anhang war indessen mit Rüstungen beschäf-tigt. Sulla aber setzte sich an der Spitze von sechs vollständigen Le-gionen mit seinem Kollegen von Nola ans in Bewegung.

Wiewohl er indessen sein Heer bereit sah, augenblicklich gegendie Stadt zu rücken, so schwankte er doch selbst in seinen Entschlüssenund fürchtete die Gefahr. Als er aber ein Opfer brachte und derWahrsager Posthumius die Zeichen cinsah, so streckte dieser demSulla beide Hände entgegen und verlangte, gefesselt und bis zurSchlacht in sichere Haft gebracht zu werden; „denn," sagte er, „wennnicht Alles rasch und glücklich für ihn zu Ende gehe, so wollte er sichder härtesten Strafe unterwerfen."

Man erzählt auch, daß dem Sulla selbst im Schlafe eine Göt-tin erschienen sei, deren Cultus die Römer in Kappadocien geholt

*) Nach Appian verließen den Sulla alle Officicre, mit Ausnahme eines ein-zigen Quästors, weil sie nicht gegen ihr Vaterland kämpfen wollten.