Druckschrift 
9 (1867) L. C. Sulla
Entstehung
Seite
19
Einzelbild herunterladen
 

19

hatte eine Menge junger Leute aus dem Ritterstande in seiner Um-gebung, die zu Allem bereit waren und welche er seinen Gegensenatnannte. So hatte er auch ein Gesetz durchgeführt, wornach kein Mit-glied des Senats über zweitausend Drachmen Schulden haben dürfe;allein er selbst hinterlies; bei seinem Tode eine Schuldenlast von dreiMillionen! *)'

Dieser freche Mensch wurde jetzt von Marius unter das Volklosgelassen und brachte bald Alles in die größte Verwirrung. Gewaltund Eisen waren die Mittel, womit er seine heillosen Gesetzesvor-schläge unterstützte, — insbesondere auch den Vorschlag, welcher demMarius für den mithridatischen Krieg das Kommando zu geben be-absichtigte.

Die .Consnln beschlossen deßhalb sogar einen sogenannten„Geschäftsstillstand **)". Allein nun führte Sulpicius, wie sie ge-rade am Dioscnrentempel eine Volksversammlung leiteten, seine Pöbel-masfcn gegen sie heran und ermordete neben vielen Anderen auch denjugendlichen Sohn des ConsulS Pompejns mitten ans den; Forum.Pompejus selbst konnte noch unbemerkt entrinnen. Sulla wurde indas Hans des Marius hineingejagt, wo man ihn zwang, wieder her-vorzntreten und den Geschäftsstillstand wieder nufznheben.

Darin lag auch der Grund, warum Sulpicius, welcher denPompejus zum bloßen Provinziälverwalter gemacht hatte ***), nichtebenso dem Sulla sein Consulat nbnahm, sondern nur die Krieg-führung gegen Mithridates ans Marius übertrug und sogleich einigeKriegstribunen nach Nola abschickte, um die Armee zu übernehmenund dein Marius zuzuführen.

Cap. 9.

Dem Sulla gelang es, noch frühe genug in sein Lager zu ent-kommen. Als die Soldaten das Vorgesallene erfuhren, so steinigten

Dicß macht 500 Talente ä 1S7Ü Thaler.

»») Die Consnln konnten in Uebercinstimmung mit dem Senate in Fällender Noth und Gefahr ein sogenanntes llnstitinm anordncn, wobei die ganzeStaatsmaschine stille stand.

***) Und ebendamit ihm die eigentliche Consulwürde abnahm. Der getiidtctePompejus war Snlla's Schwiegersohn.

2 »