Druckschrift 
9 (1867) L. C. Sulla
Entstehung
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Gerade derartige Beweise darf man, ohne etwas Unstatthaftesdamit zu sagen, recht wohl bei einem Manne ansühren, der von Na-tur selbst ein außerordentlicher Freund von Spöttereien gewesen seinsoll. So brachte er schon als junger, noch unbekannter Mensch seineZeit meistens mit Komödianten und Harlekinen zu, wobei sie dengrößten Muthwillen zusammen verübten. Auch als er der Allmächtigezu Nom geworden war, versammelte er Tag für Tag die lustigstenLeute vom Schauspiel und Theater, um miteinander zu trinken undsich mit ihren Witzen dnrchznhauen. Er that es, obwohl man allge-mein annahm, daß ein solches Treiben für seine Jahre sich nicht mehr-schicke, und daß er dadurch nicht bloß die Würde seiner hohen Stel-lung beschimpfe, sondern auch Manches vernachlässige, das seinervollen Aufmerksamkeit bedurfte. Denn es war unmöglich, wenn Sullabei der Tafel saß, irgend etwas Ernstes mit ihm zu verhandeln.. Sothatkrüftig und nur allzu finster dieser Mann in der übrigen Zeit seinkonnte: gewöhnlich zeigte er sich wie nmgewandelt von dem Augen-blicke an, da er sich in eine Sanfgesellschaft hineinwars. Dann marer für die Komödianten und Tänzer ein sehr zahmer Mensch, für jedeArt von Unterhaltung dienstwillig und entgegenkommend.

Aus diesem Sichgehenlassen entsprang aber ohne Zweifel beiihm noch ein anderes Uebel. Ich meine seine Leichtfertigkeit in Be-ziehung ans geschlechtliche Liebe und seinen Hang zur Wollust, vonwelcher er selbst in seinem Grcisenalter nicht lassen konnte. Mit einemgewissen Metrobins von der Bühne stand er, noch ein junger Mann,in einem fortwährenden unsittlichen Verhältnis;.

Auch begegnete ihm einmal folgender, übrigens glücklicher Zu-fall. Er hatte für ein grundlüderliches, aber wohlhabendes Frauen-zimmer , Namens Nikopolis, eine Leidenschaft zu hegen angesangen.Durch den öfteren Umgang und das Vergnügen, das sie an seinerJugendlichkeit fand, gelangte er allmälig in die Stellung des begün-stigten Liebhabers und wurde von dieser Person bei ihrem Tode zumErben eingesetzt.

Ebenso beerbte er auch seine Stiefmutter, die ihn wie ihr eige-nes Kind geliebt hatte. Auf diese Weise gelangte er wenigstens zueinem mittelmäßigen Vermögen.