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So entsetzlich stark, so mit nichts zu beschwichtigen war bei ihmdas Streben nach jener Würde, das ihm seine Herrschsucht und Eifer-sucht eingeflößt hatte. Und so war er denn siebzig Jahre alt gewor-den, — war der erste Mensch gewesen, der siebenmal zum Konsulernannt wurde, — hatte ein Haus und einen Rcichthum erworben,der für viele Throne zugleich genügen konnte, und dennoch jammerteer über sein Schicksal, weil ihm noch Etwas fehle und weil er zufrühe sterben müsse, ohne seine Wünsche erfüllt zu sehen!
Cap. 46.
Als Plato dem Tode nahe war, so pries er noch seinen gutenGenius und sein Geschick dafür, daß er „sür's Erste als ein Mensch,sodann als ein Grieche, — nicht als ein Barbar, auch nicht als einvon Natur unvernünftiges Thier auf die Welt gekommen und zu all'diesem, daß seine Geburt in die Zeiten eines Sokrates gefallen sei!"Auf ähnliche Weise soll auch Antipater von Tarsus*) beim Heran-nahcn des Todes noch all' das viele hohe Glück aufgezählt haben, daser erfahren durste, wobei er namentlich seine glückliche Fahrt von derHeimath nach Athen nicht vergaß. Er betrachtete das Schicksal alseinen wohlwollenden Freund und war für jede Gabe desselben aus'SAeußerste dankbar. Er behielt sie bis an'S Ende in seinem Gedächt-nisse, welches für den Menschen der sicherste Ort ist, um seine Güterdarin auszubewahren. Einem Menschen ohne Erinnerung, ohne Ge-danken entschwindet mit der Zeit unvermerkt Alles wieder, was ihmzu Theil wird. Er kann nichts innerlich in sich aufbehalten; daherbleibt er allezeit sozusagen leer von allem Guten und lediglich vollvon eitlen Hoffnungen. Er richtet seinen Blick nur auf die Zukunftund versäumt darüber seine Gegenwart. Und doch vermag das Schick-sal jene Erwartungen noch zu hintertrciben, während das Empfangeneunentreißbar ist. Aber demungeachtet werfen die Menschen diesenTheil ihres Geschickes über Bord, als ginge sic Alles mit nichten an.Dagegen machen sie sich über jenes Ungewisse ihre hohlen Träume-reien! Sie verdienen ihr Loos! Dennoch, bevor sic noch durch Unter-
'1 Stoiker, Lehrer des PaiMuS von Nhodu».