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beunruhigende Träume, indem eS ihm allezeit vorkam, als hörte ereine Stimme rufen:
„Schrecklich ist eben das Lager, auch wenn eS der Löwe verlassen!"*)
Am allermeisten aber fürchtete er die häufige Schlaflosigkeit.Deßwegcn warf er sich auf's — Saufen. Er berauschte sich zur höch-sten Unzeit und auf eine für sein Alter ganz unpassende Weise, indemer, um den Sorgen zu entfliehen, mit Gewalt den Schlaf zu erzwin-gen suchte.
Zuletzt, als wieder eine Nachricht von der Küste eintraf, warder von neuen Aengsten befallen und verfiel theils aus Furcht vor derZukunft, theils gleichsam aus Verdruß und Eckel hinsichtlich seinergegenwärtigen Lage, durch eine Kleinigkeit, die noch dazu kam, in eineschwere Krankheit, die Pleuritis. (Entzündliches Seitenstechen.) Soerzählt der Philosoph Posidonius und fügt hinzu, daß er ihn selbstbesucht und als Gesandter**) über die betreffenden Gegenstände mitdem bereits erkrankten Marius gesprochen habe.
Ein anderer Geschichtschreiber, Casus Piso, berichtet, daß Ma-rius nach der Tafel mit seinen Freundeu aus- und abgegangen undim Gespräche aus seine Lebensschickfale geführt worden sei, wobei er-gänz von vorne anfing; nachdem er die vielfachen glücklichen undunglücklichen Wechsel geschildert, habe er geäußert, daß es eineTbor-heit sein würde, sich noch einmal dem Zufall anzuvertrauen. Hieraufhabe er sich von allen Anwesenden verabschiedet, sich ohne Unter-brechung sieben Tage im Bette gehalten und — sei gestorben.
Dagegen erzählen wieder andere Schriftsteller: sein Ehrgeizhabe sich in der Krankheit erst recht vollständig enthüllt und zu einemtollen Wahnsinn gesteigert. Er bildete sich ein, im mithridatischenKriege zu kommandiren, nahm sodann, wie er dicß im heftigen Kampfeselbst zu thun gewohnt war, allerhand Stellungen an und machte ent-sprechende Bewegungen, wobei er aus voller Kehle ein Geschrei er-hob und häufige Siegesrufe ertönen ließ.
*) Ein Vers von unbekanntem Verfasser.
**) Wahrscheinlich Gesandter von Rhoduö, wo Posidonius längere Zeit Philo-sophie lehrte.