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8 (1865) C. Marius
Entstehung
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Cap. 45.

Aber jetzt war cs, als ob sich plötzlich dcr Wind drehtc. Vonallen Seiten lief die Nachricht ein, daß Sulla den mithridatischenKrieg vollständig abgemacht, die Provinzen wieder erobert hätte undmit gewaltigen Heeren gegen das Meer herankomme.

Dieß veranlaßte ein kurzes Einhalten, eine vorübergehendeRuhe von dem unsäglichen Elend, weil die Marianer glaubten, imnächsten Augenblicke den Krieg gegen sie selbst herannahen zu sehen.

Marius erhielt also sein siebentes Konsulat*). Bei seinemersten Auftreten, gerade am ersten Januar, dem Jahresanfang, ließer einen gewissen Sextus Lucinus vom tarpejischen Felsen hcrunter-stürzen, das deutlichste Anzeichen für die Partei und für die ganzeStadt, daß wieder neues Unheil bevorstand!

Marius selbst fühlte sich bereits durch die Anstrengungen undSorgen völlig ermattet; er war von der Last seiner Strapazen gleich-falls überbürdet. Er vermochte es nicht mehr, seine Seele aufzurich-ten, die bei dem schweren Gedanken an einen abermaligen, neuenKrieg, neue Kämpfe, neue Zeiten der Angst erzitterte, weil sie dieseSchrecken, diese Ermattung aus Erfahrung kannte. Er überlegtewohl, daß er cs dießmal nicht mit einem Octavius oder Merula zuthun haben würde, also nicht mit Feldherren, die nur an dcrSpitze eines zusammengeflößten Parteipöbels stünden, daß viel-mehr ein Sulla heranrücke, der Mann, welcher ihn selbst schon vorlängerer Zeit einmal aus Rom hinausgejagt und jetzt den Mithrida-tes zu Paaren getrieben, ja aus den Pontus EuxinuS beschränkthätte!

Von derartigen Betrachtungen wurde er ganz niedcrgeschmettert.Er malte sich sein langes Umherirren in der Welt, seine vielfachenFluchten und Gefahren, als er durch Land und Meer gejagt wurde,lebhaft vor die Augen. Dadurch verfiel er in eine entsetzliche Muth-losigkcit; er bekam nächtliche Anwandlungen von schwerer Angst und

') Sein College war Cinna. Nach LirsiuS setzten sie sich selbst ohne Volkswahl ln dieses Amt ein.