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zu geben; aber der tiefe Ernst seiner Mienen und das Finstere seinesBlickes ließ beständig ahnen, daß er alsbald die Stadt mit Mordund Blut erfüllen würde.
Als sie sich darauf erhoben und in Bewegung setzten, hielt Cinnaseinen Einzug mit einer glänzenden Bedeckung. Marius dagegenmachte an den Thoren Halt und erklärte mit der Ironie des In-grimms: „er sei ja nur ein Verbannter und sei nach gesetzlicher Ver-fügung von seiner Vaterstadt ausgeschlossen; sofern Jemand seineAnwesenheit wünsche, so müsse die Abstimmung, die ihn zum Flücht-ling gemacht, vorerst durch eine andere wieder aufgehoben werden!"
So gab er sich den Schein eines gesetzlichen Mannes, der nurin eine freie Stadt zurückkehren wollte.
Er berief nun das Volk auf das Forum. Allein ehe noch dreioder vier Tribus ihre Stimmen abgegeben hatten, ließ er die ganzeMaske und all' jene Entschuldigungen von Flüchtlingschast vlötzlichfallen und zog mit einem Hausen von bewaffneten Schergen ein, dieaus hergelaufenen Sklaven bestanden und von ihm Bardyäer*) ge-nannt wurden. Diese brachten eine Menge Menschen um, thcils ausausdrücklichen mündlichen Befehl, theils auf einen bloßen Wink vonihm. Zuletzt wurde sogar ein Senator und früherer Prätor, Ancha-rius, der den Marius begrüßte, ohne eine Antwort zu erhalten, vorseinen Augen zu Boden geworfen und niedergehauen.
Von jetzt an ging es auch bei Anderen so. Wenn ihn Jemandgrüßte, ohne eine Erwiderung, oder einen Gegengruß zu empsangrn,so genügte dieß als Zeichen, um ihn ohne Weiteres auf der Straßezu massakriren, so daß selbst Marius' Freunde inSgesammt vollTodesangst und Schrecken waren, so oft sie sich demselben mit einemGruße nähern mußten.
Diese fortwährenden Metzeleien entlcideten nun dem Cinna, derdes Mordens bereits satt war. Bei Marius dagegen zeigte sich seinIngrimm jeden Tag wieder neu und blutdürstig, und so wandelte erdurch die Reihen aller derjenigen, gegen die er irgend einen Argwohnhegte. Jede Straße, jede Stadt füllte sich mit Verfolgern, die einewahre Treibjagd auf die Flüchtigen und Versteckten aussübrtcn.
') Bordyäer, ein Wort von unsicherer Bedeutung.