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8 (1865) C. Marius
Entstehung
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zu wollen, wenn sie nur erst einen erfahrenen, tatkräftigen Anführerbekommen hätten. Als aber Metellus seine Unzufriedenheit gegen sieäußerte und sie wieder zu ihrem Konsul gehen hieß, so gingen sie, —aber zu den Feinden hinüber. Auch Metellus entfernte sich jetzt, weiler die Hauptstadt aufgab.

Octavius dagegen ließ sich durch das Geschwätze von Chaldäern,Wahrsagern und Slbyllisten*) bewegen, in Rom zu bleiben, als obAlles noch gut ablaufen würde. Marius und Cinna hatten ihm aucheidlich Sicherheit versprochen. Dieser Mann hatte im Nebligen diewackerste Gesinnung von allen Römern. Namentlich behauptete erdie Würde des Consulates fest gegen alle schmeichlerischen Einflüsse,ganz nach den Gewohnheiten und Gesetzen der alten Zeit, in welcherer durchaus unveränderliche Normen erblickte. Aber in Dingen, wiedie obigen, zeigte er eine große Schwachheit, indem er mit Gauklernund Zukunftspropheten mehr zusammen war, als mit tüchtigenStaatsmännern, oder erprobten Soldaten. Dieser Mann also wurde,noch ehe Marius selbst einrückte, durch die vorausgcschickte Rotte vonder Rednerbühne heruntergerissen und ermordet. Man soll nach sei-ner Ermordung noch ein chaldäisches Amulet in den innersten Faltenteurer Kleidung gefunden haben.

Es war in der That ein höchst ausfallender Contrast: von zweihervorragenden Heerführern der Eine, Marius, wieder in die Höhegehoben, weil er die Mantik nicht verachtete, der Andere, Octavius,aus demselben Grunde — untergegangen!

Cap. 43 .

So standen demnach die Angelegenheiten, als der Senat, dersich versammelt hatte, Abgesandte an Cinna und Marius schickte, mitder Bitte, einzuziehen und das Leben der Bürger zu schonen.

Cinna saß bei der Verhandlung als Konsul auf einer soll»ourulis und gab den Abgeordneten sehr freundliche Erwiderungen.Marius dagegen stand neben dessen Stuhle, ohne einen Laut von sich

*) Sidylliften. d. h. Erklärer der sibyttinischen Bücher (wie man z. B. sogt: Tal--mudisten rc.>.