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Plutcirch.
eine moralische Person, wie der einzelne Mensch. Demnach sollteer sich auch selber regieren, nicht aber von einem einzelnen regiertwerden. Moralische Kräfte mußten daher in ihm wirken, wenner bestehen sollte; die Vernunft mußte die Herrschaft über Begierdeund Leidenschaft führen; Tugend und Sittlichkeit wurden hierdurchebensosehr notwendige Zwecke des Staates, als sie Zwecke desIndividuums sein müssen.
Bedürfnis und Umstände waren cs, wonach sich in derersten Zeit die Einrichtungen gebildet hatten. Als Mißbräucheeinrissen, die in kleinen Staaten ebensoviel schneller drückendwerden, als sie schneller zu heilen sind, so wünschte man Reformenund stellte Gesetzgeb er auf, um diese einzuleiten. Ihre Aufgabewar rein praktisch; kein politisches System, nur Erfahrung undNachdenken war die Quelle, woraus sie schöpften. Sie behieltenmöglichst viel von dem Alten bei, fügten einiges hinzu, verbessertenanderes. Lauter Neues zu schaffen, siel keinem ein. Dafür lagaber auch das Privatrecht und die Moralität in ihrem Gesichts-kreise; die Anordnung des Privatlebens, die Erziehung undBildung der Jugend, worauf die Sitten und ihre Erhaltungberuht, machten für sie einen Hauptgegenstand aus. Überhauptließ und läßt sich bei einem kleinen Gemeinwesen gar manchesanordnen und ausführen, was bei einer großen Nation unmöglich ist.
Es liegt nun im Wesen jeder Republik, daß die höchsteGewalt bei der Bürgerschaft sei. Allein sie war es nirgendsmit völliger Gleichheit bei der ganzen Bürgerschaft; oft nur beigewissen Klassen, oder sogar nur bei einzelnen Familien. Insoferngab es teils aristokratische, teils demokratische Freistaaten, ohnedaß die Grenzlinie zwischen beiden scharf bestimmt gewesen wäre.Es gab Aristokratieen, wo die höchsten Würden in ein paarFamilien erblich fortdaucrten; andererseits war es immer nocheine Demokratie, wenn nur die Teilnahme an den Volksver-sammlungen und Gerichten jedem Bürger gewahrt blieb, mochtedann auch der Reichtum und die Geburt bei beiden eine ent-