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Volk wegen des erlittenen Druckes haßte. Den Beginn einerRevolution veranlagte das unglückliche Schicksal der Lucretia,welche sich durch die erlittene Mißhandlung zum Selbstmord ge-trieben sah. Lucius Brutus nahm die Sache in die Hand undleitete die Veränderung. Der erste Mann, an den er sich wen-dete und den er zu Allem bereitwillig fand, war Valerius; mitdiesem verjagte er die gesammte Dynastie.
So lauge man nun erwarten durfte, daß das Volk an dieStelle des Königs nur einen einzigen Mann zum Fürsten erhebenwürde, verhielt sich Valerius durchaus ruhig, weil er dem Bru-tus größere Ansprüche auf die oberste Stellung zuschrieb, soferndieser hauptsächlich Rom zur Freiheit geführt hatte. Allein dieStimmung war entschieden gegen jeden monarchischen Titel. Mansah, daß das Volk eine getheilte Herrschaft mit weniger Verdrußsich würde gefallen lassen, und auch wirklich zwei Männer inVorschlag zu bringen und zu berufen gedachte. Er hoffte daher,als Zweiter mit Brutus zu einem gemeinschaftlichen Consulategewählt zu werden.
Aber er täuschte sich. Denn es wurde ganz gegen denWillen des Brutus diesem anstatt des Valerius vielmehr Lucre-tia's Gatte, Tarquinius Collatinus *'), zum Amtsgeuossen gegeben,— ein Mann, der nach seinen Eigenschaften keineswegs dem Va-lerius voranging. Allein die einflußreichen Personen fürchtetendas königliche Haus bei dessen vielfachen Versuchen, vom Auslandeher Etwas zu unternehmen, und namentlich die Bürger freundlichzu stimmen, noch immer. Deßhalb wünschten sie, eben den ein-gefleischtesten Feind der Targuinier, von dem man keine Nachgie-bigkeit zu erwarten hatte, als Oberhaupt des Staates zu besitzen.
Cap. 2.
Auf Valerius machte es nun einen sehr unangenehmen Ein-druck, daß man ihm nicht zutraute: „er werde Alles für das
*) Collatinus, weil sein Vater Statthalter des den Sabinern abgenom-menen Städtchens Collatia gewesen war.