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18 (1866) Theseus und Valerius Publicola
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Cap. 19.

Nach seiner Ankunft in Kreta bekam er — wie die meistenSchriftsteller in. Prosa und Poesie berichten — von Ariadne, diesich in ihn verliebte, den bekannten „Faden" nebst Anweisungüber die Art, wie er durch die Jrrgänge des Labyrinths hin-durchzukommen vermöchte. Er tödtete also den Minotaurus undsegelte dann mit Ariadne, die er zu sich nahm, und seiner Ju-gend wieder ab. Pherekydes ') fügt der Erzählung noch bei, daßTheseus an den Schiffen der Kreter den Fußboden habe einschla-gen lassen, um ihnen dadurch jede Möglichkeit einer Verfolgungzu benehmen. Dagegen berichtet Demo», daß Taurus, der Feld-herr des Minos, erschlagen worden sei, als er, bei der versuchtenAbfahrt des Theseus, letzteren noch im Hafen mit seinen Schiffenangriff.

Eine andere Angabe des Philochorus geht dahin, daß näm-lich, als Minos die Kampfspiele wieder veranstaltete, Jedermanneinen abermaligen Sieg des Taurus erwartete, was einen allge-meinen Neid hervorrief. Denn seine Macht war wegen der Be-schaffenheit seines Charakters verhaßt; auch ging über ihn dasschlimme Gerücht von einem unerlaubten Umgang mit (der Köni-gin) Pasiphae. Als daher Theseus sich gleichfalls an dem Kampfezu betheiligen wünschte, gab Minos seine Einwilligung. Nun wares in Kreta gewöhnlich, daß das weibliche Geschlecht sich gleich-falls unter den Zuschauern befand. Auch Ariadne war anwesendund wurde über die äußere Erscheinung des Theseus ganz be-troffen, wie sie zugleich seine athletische Kraft bewundern mußte,indem er über alle Andern Meister wurde. Minos hatte nichtminder seine Freude daran, daß Taurus zu Boden geworfen unddadurch dem allgemeinen Spotte preisgegeben war. Er gab da-her dem Theseus die Kinder zurück und erließ der Stadt ihrenbisherigen Tribut.

I) Pherekydes, ein Geschichtschreiber NUS Karlen, Berfasser eines Werks überdas älteste Attika, nicht zn verwechseln mit dem gleichnamigen Philosophen, demLehrer des Pythagoras.