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In Numa's achtem Regierungsjahre wüthcte eine pestartige Krank-heit, die in Italien hernmging, auch zn Rom. Es herrschte die tiefsteNiedergeschlagenheit, als plötzlich, wie man berichtet, ein eherner Schildvom Himmel herniederfnhr und dem Nnma in die Hände fiel, lieberdiesen Schild erzählte nun der König gar wunderbare Dinge, die ervon Egeria und den Musen erfahren haben wollte. „Dieses Waffen-stück sei gekommen, nm die Stadt zu schützen, und man müsse cs sorg-fältig aufbowahrcn, indem man noch elf andere Stücke von völliggleicher Gestalt, Größe und Form machen lasse, damit es bei derAehnlichkeit aller unter einander für einen Dieb unmöglich sei, geradeden vom Himmel gefallenen Schild herauszufinden. Auch solle manden Musen jenen Platz sammt den umgebenden Wiesen, wo sic so oftzum Umgänge mit ihm sich einfänden, als Eigenthum weihen. End-lich solle man die Quelle, welche auf diesem Platz entspringe, für einheiliges Wasser erklären, das den Vestalinnen gehöre, damit sie dortalle Tage ihren Bedarf für die Reinigung und Besprengung des Tem-pels holen könnten."
Für diese Angaben legte auch der Umstand ein Zeugnis; ab, das;die Krankheit urplötzlich aushörte. Nnma stellte den Schild nun öffent-lich aus und forderte die Künstler zu einem Wettstreit auf hinsichtlichder Nachbildung desselben. Allein keiner wagte sich an die Sache,außer Veturins Mamnrins, einer der bedeutendsten Männer des Ge-wcrbestandes. Dieser erreichte so sehr den höchsten Grad der Aehnlich-keit und verfertigte alle so vollkommen gleich, das; sogar Nnma sie nichtmehr zn unterscheiden vermochte. Für diese Schilde stellte er jetzt alsHüter und Diener die salischcn Priester auf. Salier wurden sie ge-nannt, — nicht wie Einige fabeln, von einem Mann ans Samothrakeoder Mantinea, Namens Salius, der sic zuerst den bekannten Waffen-tanz gelehrt haben soll, sondern vielmehr von dem sprungartigen Tanzeselbst, den sie bei ihrem Zuge durch die Stadt ausführen, wenn sic imMonat Mürz die heiligen Schilde an den Arm nehmen, mit purpurnenkurzen Röcken angethau, mit breiten Binden aus Erz darüber nmgür-tet, eherne Helme auf dem Haupte und mit kleinen Dolchen an dieWaffen schlagend. Alles Andere bei diesem Tanze ist Sache der Füße.Man sieht mit Vergnügen ihre Bewegungen an, bei denen sie in raschemTakte verschiedene Wendungen und veränderte Stellungen ansführcn,