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Cap. 19.
Hier rüsteten sie sich zu einem erneuerten Kampfe, als ihnen einmerkwürdiges Schauspiel, ein ganz unbeschreiblicher Anblick, plötzlichHalt gebot. Die geraubten Töchter der Sabiner zeigten sich. Vonallen Seiten stürzten sie mit lantem Geschrei und Jammerruf über dieWaffen und Leichname herein, wie von einer höheren Macht innerlichgetrieben. Sic eilten ihren Männern, ihren Vätern zu. Manchetrugen unmündige Kindlein ans ihren Armen; andere ließen ihre auf-gelösten Haare über das Gesicht flattern; alle riefen mit den theuerstenNamen bald die Sabiner, bald die Römer an.
Beide Theile waren tief erschüttert und machten ihnen Platz, umsich in die Mitte zwischen den Kämpferreihen zu stellen. Ein lautesJammern lief durch alle hindurch, und ein tiefes Mitleiden ergriff dieHerzen bei ihrem Anblick und noch mehr bei ihren Worten, die mitZurechtweisungen und offenen Vorwürfen begannen, um mit den ein-dringlichsten, flehendsten Worten zu endigen. „Was haben wir euchArges oder Schmerzliches augethau (sagten sie), daß wir diesen bitterenJammer theils schon erleiden mußten, theils noch jetzt erleiden? Wirwurden geraubt von denen, welchen wir jetzt angehören, — mit Ge-walt und widerrechtlich geraubt; aber als nur geraubt waren, dachtenunsere Brüder, Väter und Verwandte so lange Zeit nicht mehr an uns,bis wir dadurch mit dem Feindlichsten, das es für uns gab, durch dieengsten, unauflöslichsten Bande verschmolzen waren; und jetzt zitternwir für unsere widerrechtlichen Räuber, wenn sie kämpfen, und weinenum sie, wenn sie sterben! Ihr seid nicht gekommen, um uns, alsJungfrauen, zu rächen an unfern Beleidigern; nein, jetzt reißt ihrdas Weib von ihrem Gatten hinweg und die Mutter von ihren Kin-dern. Eure Hilfe, die ihr jetzt uns Unglücklichen bringt, — sie istnoch jammervoller, als die frühere Gleichgültigkeit, womit ihr uns da-hiugabt. So wurden wir geliebt von diesen, und so fanden wir Mit-leid von euch! Würdet ihr ans einem andern Anlaß kämpfen, so müß-tet ihr aufhören, weil ihr durch uns Schwiegerväter, Großväter, dienächsten Verwandten geworden seid. Wenn aber um unsertwillen derKrieg geführt wird, so führt uns hin mit euren Eidamen, mit un-
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