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16 (1880) Agis und Kleomenes
Entstehung
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Drittes Kapitel.

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Von dem alten Leonidas* erzählt man, daß er auf dieFrage:was er von dem Dichter Tprtä'us^ halte?" die Ant-wort gab:Guat zum Umbringa für a jungs G'müat!" Dennerfüllt von Begeisterung, die ihnen seine Gedichte einflößten,kannten sie in der Schlacht keine Schonung ihres Lebens. Soenthält auch die stoische Philosophie für große, raschere Na-turen ein Element des Gefährlichen und der Verwegenheit; wosie dagegen sich mit einem tiefen und sanften Charakter ver-bindet, bewirkt sie die entschiedensten Fortschritte für jene Sitt-lichkeit, die in ihr liegt und n u r in ihr.

Drittes Kapitel.

Als Kleomenes nach dem Tode des Leonidas die Regierungübernahm, bemerkte er, daß die Bürger ebendamals sich in einemZustande völliger Erschlaffung befanden. Die Reichen hattenüber ihren Privatvergnügungen und ihrer Gewinnsucht keinAuge mehr für das Allgemeine, während die Armen bei ihrerbedrängten häuslichen Lage teils alle Geneigtheit für den Kriegs-dienst verloren hatten, teils auch in der spartanischen Lebens-führung gar keine Ehre mehr suchten. Er selbst führte nur denNamen eines Königs, die Herrschaft war ganz in den Händender Ephoren.

Daher setzte er sich alsbald in den Sinn, den gegenwärtigenZustand abzuändern und umzuschaffen. Da er nun einen Freund,Te'narcs, besaß, der sein frühererLiebhaber" ^ war, einVerhältnis, das die Lakedämonier mit dem Ausdruckbegeistertsein" bezeichnen so versuchte er es zuerst mit diesem Manne.Er erkundigte sich bei ihm nach Agis:was das für ein König ge-

1. Leonidas, der bei Thermo'pylä fiel.

2. Tyrtäus, lahmer Dichter aus dem attischen Aphi'dnä, den dieAthener im Messenischen Kriege den Lakedämoniern auf deren Bitte umeinen General zusandten. Er war ihnen beinahe mehr. Durch seineKriegslieder entflammte erden Mut der Truppen, und derSiegwurdegewonnen.

3. Wir haben mit einigem Rechte kein eigenes Wort für dieseshellenische Verhältnis, das neben schönen Seiten zugleich die Keime vonso großer Korruption in sich trug.

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