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16 (1880) Agis und Kleomenes
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Plutarch, Kleomenes.

nicht weniger, als früher die des Agis. Andererseits besaß ernicht jenes Vorsichtige und Sanfte. Vielmehr lag in seinemangeborenen Charakter noch ein gewisser Sporn der Leidenschaftund ein mit Heftigkeit verbundener Trieb zu allem Edlen, woirgend dies sich ihm vor Augen stellte. Und als das Edelsteerschien es ihm, Herr zu sein bei freiwilligem Gehorsam seinerUnterthanen; aber schön und edel fand er es auch, ohne ihregutwillige Unterwerfung Meister zu bleiben, um so die Ver-besserungspläne mit Gewalt durchzusetzen.

Zweites Kapitel.

Nun gefielen ihm freilich die Verhältnisse in der Stadtkeineswegs. Unthätigkeit und Vergnügungssucht hatte die Bürgervöllig in Schlummer eingewiegt, und der König ließ alle Ge-schäfte gehen, wie sie eben» gingen; es sollte ihn nur niemandstören, wenn er bei seinem großartigen Vermögen müßig zugehen oder zu schwelgen wünschte. Die allgemeinen Interessenwurden vernachlässigt, während, Haus für Haus, jeder einzelneden möglichsten Gewinn an sich zu ziehen suchte. An Einübungund Solidität der Jugend, an strenge Lebensweise oder Grund-sätze der Gleichheit durste man, ohne sich Gefahren auszusetzen,seit dem Untergange des Agis und seines Anhanges mit keinemWorte mehr erinnern.

Kleomenes soll in seinen jüngeren Jahren auch einigenphilosophischen Unterricht genossen haben, indem Sphä'rus ausBory'sthenis^ nach Lakedämon geriet und sein Aufenthalt daselbstbei den jüngeren Klassen bis zum Mannesalter herauf nicht ohneEinfluß blieb. Dieser Sphärus gehörte zu den ausgezeichnetstenSchülern Ze'no's aus Killium^, und es ist wahrscheinlich, daßer bei Kleomenes das Männliche in dessen Natur liebgewonnenund seinen Ehrgeiz noch stärker entflammt hat.

1. Borysthenis, Stadt am Bory'sthcnes (jetzt Dniepr). Sphärusschrieb unter anderem ein Werk über Lakedämou.

2. Zeno, Stifter der sto'ischen Philosophenschule.