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16 (1880) Agis und Kleomenes
Entstehung
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Erstes Kapitel.

Es war in der That kein unstatthafter oder schlechter Ge-danke, wenn einige vermuteten, die Sage von Jxi'on sei gegenden Ehrgeiz gerichtet: Jxion hatte ja nur die Wolke umfaßt an-statt der He'ra, wodurch die Kentau'ren entstanden. Ebenso be-schäftigen sich die Ehrgeizigen nur mit einem gewissen Scheinbildeder Tugend, dem Ruhme. Sie können daher nichts innerlichReines, nichts, das allgemeine Anerkennung fände, verrichten.Ihre Handlungen sind vielmehr von unechtem Gehalt und einGemenge von verschiedenen Bestandteilen. Sie werden in stetsneue Richtungen Hineingetrieben und müssen jeder Laune undLeidenschaft folgen. Es ist gerade so, wie bei den Hirten desSophokles, die von ihren Herden also sprechen:

Wir sind die Herrn und leisten ihnen Knechtesdienst,

Und müssen auf sie hör'n, wenn sie auch stille sind."

Dies erfahren in Wahrheit alle Staatsmänner, welche sichnach den bloßen Wünschen und Neigungen des großen Haufensrichten. Sie sind Sklaven, die hintennach laufen, um Führer undLeiter des Volkes genannt zu werden. Wie die Matrosen aufdem Vorderdeck das, was vor ihnen liegt, weit besser sehen, alsder Steuermann, aber dennoch ihr Auge auf diesen Steuermanngerichtet halten und sein Kommandowort vollziehen müssen: soist auch ein Staatsmann, dessen Augenmerk der Ruhm ist, stetsnur ein Diener des Pöbels und hat von dem Regenten nichtsals den Namen.