Druckschrift 
4 (1823)
Entstehung
Seite
63
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Herrn von Warb vis, Ermiuister des Schatzes, damals Präsidentdes Rechnungshofes. Sr. Ercellenz, der persische Gesandte, sagteman zu ihm, sind sehr krank, und wünschen eine Unterredung mitIhnen. Herr v. Marbois sah freilich anfangs nicht ein, in wel-chen Beziehungen er zu dem persischen Gesandten stehen könne,doch war dieser der Abgeordnete eines großen Fürsten nnd die Ei-telkeit weiß sich überall zu Recht zu finden. Er ging also im voll-sten Staate dahin, nnd man mußte gestehen, daß sein Anzug, sei-ne Haltung, sein Gesicht gar nicht dazu geeignet waren, Askcr-Kan zu enttäuschen. So bald ihm dieser also gewahr wurde, streckter ihm die Aunge entgegen, hält den Arm hin und zeigt aufden Puls. Diese Gesten setzen Herrn v. Marbois zwar etwas inVerwunderung, es konnte dies ja aber eine orientalische Sittesepn. Er nimmt also die Hand und brückt sie ihm. Da tretenfeierlich vier große Lakayen ein, nnd stellen dem Herrn Ermimstcrein höchst unzweideutiges Gefäß vor die Nase, um sich über denAnstand des Kranken desto besser unterrichten zu können. Bei die-sen! unerwarteten Anblick wirb der ernsthafte Herr v. Marbois ganzroth vor Aerger und fragt, was mau von ihm wolle. Alles klärtsich nun auf; Herr BourdoiS hat man haben wollen; die bloßeNamensähnlichkeit hat das ganze Misverständniß herbeigcführt.Aber Herr v. Marbois wird doch nun der ganzen Stadt zum Ge-lächter, und lange durfte er sich nirgends sehen lassen, ohne dassman nicht bei seinem Anblicke überall in die lauteste Lustigkeitgusbrnch.

„Die großen Gesellschaften in Paris sind fürchterlich mit ihrenQuodlibets, bemerkte darauf der Kaiser, und das um oeswiilen,weil man ihnen «»raumen muß, daß die meisten voll Witz undGeist sind. Bei ihnen ist man stets in Grund nud Boden geuyvssenund sehr feilen nur unterliegt man nicht. — Wahr istS, entgeg-nen ich, daß wir nichts achteten, daß wir uns selbst an die Göt-ter machten. Nichts war uns heilig, und Ew. Maj. können leichtdenken, daß Sie nnd die Kaiserin auch nicht geschont wurden. —Ha, das glaube ich wohl, antwortete der Kaiser, aber, thut nichts,erzählen Sie nur immer. — Nun dann, Sire, so sagte mau ei-nes Tags, daß Ew. Maj. sehr unznsriedcn beim Lesen einer De-pesche von Wie», zur Kaiserin im Zorn und übler Laune gesagt

hätten: Ihr Vater ist eine große -(ViinLchL). Marie

Louise, welche viele französische Ausdrücke nicht kannte, habe sichnun an den erste» besten Höfling, der ihr vorgckommen sei, ge-wendet, und gefragt: Der Kaiser sagt mir, mein Vater sei eineGanache; was bedeutet den» das? Der Hvsmann, ganz bestürzt