Druckschrift 
4 (1823)
Entstehung
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ter hält ihm erneu Spiegel aus dem Necessaire vor, so daß derKaiser deu Barten, den er rasirt, stets nach dem Lichte wendetDer zweite Kammerdiener sagt ihm dann, ob nun alles glatt-barbirt se». Ist der eine Backen barbirt, so geschieht eine förmli-che Evolution um zum zweiten zu schreiten, indem jeder seinenPlatz wechsle.

Hierauf wäscht sich der Kaiser das Gesicht und oft auch denKopf, in einem großen silbernen Waschbecken s, welches in einerEcke des Zimmers festgemacht und aus den Elisav mit bichergenom-men worden ist. Dann geht cs über die Zähne her, und nun ziehtder Kaiser seine Flanellweste ans. Cr ist sehr fett, wenig behaart,von sehr weißer Haut und hat eine Art Embonxoint, das unser mGeschleckte nicht eigen ist, welches er manchmal im Scherz bemer-ket. Hierauf reibt sich der Kaiser Brust und Arme mit einer ziem-lich rauhen Bürste und giebt diese dann dem Kammerdiener, damitihm dieser Rucken und Schultern reibe, welchen erstem er deshalbkrümmt, indem er bei guter Laune gewöhnlich jenem zuruft: „Sinnnur stark, als wär's ein Esel buckel."

Er übergoß sich dann mit O-->» 6« OoloAne, so lange er wel-ches besaß, cs ging aber bald aus, und da keins auf der Insel zuhaben war, muste er sich mit lkl.-,» cls L,LVi-ncls behelfen: einewahre Entbehrung für ihn.

Wenn er heiter oder unbeschäftigt war, so geschah es gewöhn-lich, daß er nach der Schultcrreibung, wie bei jeder Evolution we-gen der beiden Bartseiten, den dienstthueudcn Kammerdiener ei-nige Sekunden ins Gesicht faßte uns ihm dann einen tüchtigenSchlag an die Ohren gab, indem er ein paar freundliche Wortedazu lächelnd sagte.

Ohnstreitig ist dies das, was die Libellisten undPamphletfchrei-ber'mit dem Namen, „alles was ihn umgab, grausam schlagen,"zeichnet haben. Denn uns auch geschah cs wohl oft, daß er unsin die Ohren zwickte, oder sie mit der Hand packte; ans dem Aus-drucke seiner Mienen, welcher diese Geste stets begleitete, konn-te man aber wohl schließen, wie glücklich man zur Zeit seinerMacht über eine solche Gunst gewesen seyn mochte.

Dabei erinnere ich mich übrigens einiger Worte eines seiner vorigenMinister, und weiß mir sie recht gut zu erkläre». Dieser Minister i derHerzog Dccres) wünschte sich, als er begünstigt und angeschn war,ungemein eine gewisse Gnadenbezeigung. Nachdem er mit mir alleArten, wie man dazu gelangen könnte, durchgcsprochen hatte, ent-wischten ihm die Worte: „Ich bekomme sie gewiß das erstemal,wenn ich von ihm gezupft worden bin." Als er mein Staunen