Druckschrift 
3 (1823)
Entstehung
Seite
141
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Uiberslcht der versioßnen neun Monate,

Da hätte ich denn nun schon neun Monate meines Tagebuchsgeschrieben und muß fürchten, daß bei den heterogenen Dingen,die darinnen ohne Ordnung auf einander folgen, man nur zu oftdas vorzüglichste, das einzige Ziel, das zu erreichen ich mir vorge-setzt habe, aus den Augen verloren haben möchte. Nur von Na-poleon soll cs handeln und von alle dem, was dazu dient, ihn zuchmkecrisiren.

Um hierbei so gut als möglich nachzuhelftn, will ich in einigenZeilen eine kurze Uibcrsicht geben, und werde solches zu diesemZiveck von nun an aller drei Monate thun.

AlS wir Frankreich verließen, warteten wir einen Monat lang'auf die Beschlüsse des englischen Ministeriums; dann waren wirdrei Monate nach. St. Helena unterwegs.

Nach unsrer Landung wohnte» wir fast zwei Monate zu BriarS-

Jetzt sind wir drei Monate in Longwovd.

Diese neun Monate haben für jeden, der Napoleon naherbeobachten wollte, sehr verschiedene Epochen enthalten.

Während des Aufenthalts in Plymouth blieb Napoleon In sichverschlossen und gänzlich passiv, er widerstand nur mit der Kraftder Unthätigkeit, denn seine Uibel waren so ganz unheilbar, daß erAlles dabei gehen lies, wie es ging.

Bei unserer Seefahrt bemerkte man an ihm ein sich Immergleiches Benehmen, wahre Gleichgültigkeit; er gab keinen Wunsch,keinen Verdruß zu erkennen- Man bewies Ihm allerdings die größteAchtung, aber er nahm sie an, als ob er nicht wisse, sprachwenig, und immer war sein Gespräch seiner Person fremd. Werplötzlich an Bord unserS Schisses geworfen worden wäre und seineUnterhaltung mit angehört hätte, würde schwerlich errathen haben,Mn er vor sich habe: das konnte der Kaiser nicht feyn! Ich kannihn in dieser Lage nicht besser schildern, als wenn ich ihn miteinen, hohen Reisenden vergleiche, den man mit großer Achtung andm Ort seiner Sendung bringt-L'CaseS Tageb. Z.Bd- 10