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Hilfswissenschaften.
XII. Jahrh. eine feine Kreisfläche oder Scheibe; im XII. und XIII.Jahrh. wird er dicker und grösser, weicht auch zuweilen von der Kreis-form ab; im XIY. und XV. verschwindet die Fläche oft ganz, und esbleibt nur eine dünne Kreislinie übrig; am Ende des XV. und zu An-fang des XVI. Jahrh. wird die Darstellung des Nimbus sehr grob: derHeiligenschein gleicht nun einer Kokarde oder runden Kappe; dochbleibt in dieser Spätzeit (noch mehr in der Renaissance) der Nimbusauch oft ganz weg, oder wird häufig zu einem formlosen Lichtscheinvergeistigt und verflüchtigt, der namentlich auch, statt der altüblichen sog.
Fig. 41S. Christus, 1467.
Mandorla (s. S. 867 N. 1) als ein Strahlenglanz die ganze Figur der Sal-vator- und Marienbilder umgibt. — Zu bemerken bleibt, dass im früherenMittelalter (ob noch im XIII. Jahrh. ?) auch solche angesehene Personen,z. B. Kaiser und Könige, welche nicht zu den kirchlichen Heiligen ge-rechnet werden, zuweilen mit dem Nimbus dargestellt wurden, und dassauf italienischen Denkmälern auch lebende Personen mit einem, dannjedoch viereckigen Heiligenschein um das Haupt Vorkommen. — Di derNimbus den Abglanz des himmlischen Lichtes bezeichnet, so kommtihm auf Gemälden insgemein die Farbe des Lichtes (Gold oder Gelb) zu,doch findet er sich auch verschieden gefärbt, wobei zttweilen die ver-schiedenen Farben eine bestimmte Bedeutung haben, wie wenn z. B. indem Hortus deliciarum der Herradis die Rangordnung der Heiligen durchdie Farben der Nimben unterschieden wird, indem bei den h. Jungfrauen,Aposteln, Märtyrern und Bekennern , wie bei Christus selbst, der Hei-ligenschein golden ist, bei den Propheten und Patriarchen silbern, beiden Enthaltsamen roth, bei den Ehelichen grün und bei den Busserngelblich. (Vergl. Didron a. a. O. S. 168 f.)
161 . Die Heiligen werden stets mit bestimmten Attributen abge-bildet, welche biographisch (besonders auf den erlittenen Märtyrertod)oder symbolisch zu deuten sind.
Durch die Attribute kann man die einzelnen Heiligen leicht undsicher erkennen und von einander unterscheiden , wobei jedoch zu be-
dings namentlich dieser Periode eigenthümlich zu sein ; bemerkenswert!! ist die Schei-benform hinter dem Kopfe des Paulus (aus dem M ag deb urger Domelior) und zubeachten auch die perspektivische Zeichnung des Heiligenscheins auf den Bronze-thüren von Hilde sheim um 1015, (S. z. B. oben S. 911 Fig. -KIS.)