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II. 3.
den gemusterten Stoffen, deren baldigen Sieg über die glattenStoffe man hofft und erwartet, anbalinen sollen. Andere, kalt-blütigere Männer haben weniger weitgehende Erwartungen.
Was wird die Webeacademie denn leisten können ? Erstenswird sie mit Nutzen eine Abtheilung für Färber enthalten,welche bisher in der Schweiz und in Lyon sich ihre Ausbil-dung suchen; zweitens eine Webeschule für die drei Klassender ausführenden Hülfspersonen und auch für die Fabrikanten.Indess sind doch bei beiden Zwecken gewisse Bemerkungenzu machen. Zunächst würde eine in der Stadt Crefeld er-richtete Webeschule im Wesentlichen doch nur die dort an-sässigen Werkmeister und Commis, Zeichner und Patroneureerreichen, die eigentlichen Webermeister aber und jene Masseder Hülfspersonen in den kleineren Städten blieben von demCentrum Crefeld weit entfernt und könnten die dortige Schulenur mit Schwierigkeiten besuchen. Daher würde es sich em-pfehlen. auch in einigen kleineren Orten, namentlich in Viersen,Sonntags-Webeschulen nach dem Muster der Barmer ein-zuriciiten, welche bei einem Minimum von Aufwand doch sehrviel in ihren bescheidenen Grenzen leisten würden; ältereWebermeister würden Opferfreudigkeit genug besitzen, unent-geltlich Unterricht zu ertheilen. Was ferner die Errichtungeiner Abtheilung für Fabrikanten anbelangt, so hängt der Er-folg derselben in erster Linie von der Persönlichkeit des Leitersab, wie die Mülheimer Zustände beweisen. Wenn man nichtim Stande sein wird, eine ähnliche pädagogische Kraft zu ge-winnen, so würde es sich empfehlen, die Errichtung einerFabrikantenschule einstweilen auszusetzen, so sehr es ja imInteresse der Crefelder und Yiersener Fabrikanten liegt, ihreSöhne unter Aufsicht in einer nahen Schule zu haben.
Drittens wird die Anstalt eine Zeichenschule enthaltenmüssen, und zwar nicht eine solche für gewerbliche Künstler,welche die Mode erfinden und angeben, — das ist nach denbisherigen Ausführungen wohl nicht mehr nothwendig zu wider-legen, — sondern für den subalternen Beamtenstab des muster-zeichnenden Künstlers, der im Stande ist zu zeichnen, zupatroniren, zu verkleinern und in gegebenem Style ein Mustercorrect auszuführen und auch innerhalb gewisser Grenzen zuverändern.
Eine solche Anstalt für die Textilindustrie würde Persön-lichkeiten heranbilden, fähig, die gemusterten Stoffe in Crefeldheimisch zu machen; und je mehr die glatten Stoffe von demFabrikbetriebe bedroht werden, desto wichtiger wird es zurErhaltung der Hausindustrie höher gelohnte, d. h. gemusterteStoffe einzuführen. Darin hat der weitsichtige Grossindustrielle,welcher an der Spitze der Crefelder Agitation für die Webe-academie steht, vollkommen Recht. Es würde zum volkswirt-schaftlichen Quietismus führen, wenn man sich dabei beruhigen