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2 (1879) Die Industrie des bergischen Landes : (Solingen, Remscheid und Eöberfeld-Barmen)
Entstehung
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II. 3.

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Institut für Färberei untl Druckerei. Am 1. Mai 1856 wurdedie Zeichensclnile für Fabrikmuster, am 1. Januar 1859 diehöhere Webeschule und im Herbst 1860 die chemische Ab-theilung eröffnet. Kaum war aber die höhere Webeschulevöllig in Betrieb gesetzt, so begann ein Rückgang, welcherrasch mit der Auflösung der Anstalten im Jahre 1867 endete.

Die allgemeinen wie die besonderen Ursachen liegen aufder Hand. In den 1860er Jahren vollzog sich für die glattenStoffe der Uebergang zum mechanischen Betriebe, von den ge-musterten wandte sich die Mode ab und die Zeichner wurdenüberflüssig. Auch waren die Zeichner in Elberfeld niemalsgrosse Erfinder gewesen; selbst der Director klagte schon nacheinem Jahre, dass ihm kein Muster mehr in den Sinn käme,und bald konnte er gar keines mehr entwerfen; die Abhängig-keit von Paris blieb bestehen. Der Unterricht fand nach kei-nem klaren Princip statt; man wusste nicht recht, welcheKlasse der Gewerbtreibenden man ausbilden wollte; der Unter-richt bewegte sich in pedantischer Schablone und liess immerdie alten Schulmuster anfertigen. Endlich vollzog die Schulenicht den Uebergang zu anderen Stoffen, welche damals vonElberfeld aufgegriffen wurden. Zu allem dem fehlte, wie sooft bei städtischen Anstalten, die rechte Aufsicht und Leitung.

In der Fabrikmuster-Zeichenschule betrug die Schülerzahl1856/60 im Hauptcursus 30, im Nebencursus 33, seitdem sanksie 1863 auf 9 bezw. 10, dann auf 45, 13 und 1866 warennur 1 Schüler im Haupt- und 610 im Nebencursus übriggeblieben. Nicht viel besser erging es der Webeschule. Dieseerreichte nach ihrer Reorganisation ihren Gipfelpunkt mit38 Schülern im Jahre 1863, dann sank diese Zahl in vierJahren auf 11. Nur ein Fünftel der Zöglinge waren Elber-felder gewesen, die Stadt wollte daher nicht mehr die Kostentragen. Auch befürchtete man die Verschleppung einheimischerIndustrieen, wie z. B. ein Schüler die Zanellaweberei durchMitnahme eines geschickten Werkmeisters nach Sachsen über-trug. Aus allen diesen Gründen wurde die Zeichen- undWebeschule im Jahre 1867 aufgehoben und die chemische Ab-theilung mit der Gewerbeschule vereinigt, welche auch mitRücksicht auf die speciellen Kenntnisse des Ilirectors und einesfrüheren Lehrers noch von einigen Schülern besucht wird.

Nach den Erfahrungen der Elberfelder Schule vermag manleicht das Schicksal der geplanten Crefelder Webeacademiezu prophezeien. Was aus derselben werden soll, darüber istman sich noch nicht ganz klar. Die Einen träumen davon,dass die braven Werkmeister und Fabrikzeielmer, die aus-führenden Organe, welche den schwerfälligen Karren der ein-fachen Seiden- und Sammetindustrie in den eingefahrenen Ge-leisen bisher weiter lenkten, sich in das Reich künstlerischerErfindung aufschwingen und einen deutsch-nationalen Styl in